Glaube und Vertrauen

 

SAI: Habe Glauben in Mich. Ich werde in allem für dich sorgen.

S: Geht das denn, ohne daß man etwas sagt? Alle Deine Devotees haben Glauben und Vertrauen in Dich.

SAI: Nein. Alle Meine Devotees glauben an Mich, das ist richtig. Aber nicht alle von ihnen haben auch Vertrauen in Mich. Glauben ist eine Sache, Vertrauen eine andere. Nur wenn beides zusammenkommt, gibt es eine positive Reaktion von Mir.

Wenn man z. B. ein Auto betrachtet, dann fährt dieses mit Hilfe von Benzin und Batterie. Fehlt auch nur eines der beiden, wird das Auto nicht fahren. Damit es sich ohne jede Schwierigkeiten fortbewegen kann, muß der Tank voll Benzin und die Batterie sollte in guter Verfassung sein. Sogar wenn der Benzintank voll ist aber die Batterie in einer schlechten Verfassung, kann das Auto nicht problemlos fahren. Es säuft immerzu ab und bleibt ständig stehen. Die Batterie wieder aufladen nimmt mehr Zeit in Anspruch, als den Tank mit Benzin aufzufüllen. Daraus schließen wir, daß die Batterie wichtiger ist als das Benzin.

Also gleicht der Glaube dem Benzin und das Vertrauen ist wie die Batterie. Wenn du Vertrauen in Gott hast, wirst du immerzu eine gut geladene Batterie haben. Und wenn du positiv aufgeladen bist, wird die Antwort von Gott immer ebenso prompt und positiv sein. Wenn du eine positive Reaktion oder Antwort von Mir wünschst, ist bloßer Glaube nicht genug. Er sollte Hand in Hand gehen mit Vertrauen in Gott. Nur dann ist deine Hingabe vollständig - poorna. Wenn du vollständige Hingabe - poorna bhakti - entwickelt hast, wird auch die Antwort von Mir vollständig und total sein.

S: Was genau meinst Du mit Vertrauen, Baba? Wo besteht der Unterschied zum Glauben?

SAI: Schau, das ist so. Glauben an Gott besagt, daß du denkst Er ist Gott, daß Gott allmächtig ist, überall anwesend und so weiter. Vertrauen meint Vertrauen in Wort, Wille und die Arbeit Gottes. Wenn Ich etwas sage, dann gibt es dafür einen Grund. Wenn Ich möchte daß etwas bestimmtes geschieht, dann gibt es dafür einen Grund; wenn Ich etwas tue, gibt es dafür einen Grund.

Dieses unbedingte Vertrauen solltest du haben - daß es immer einen Grund für das gibt was Ich sage, möchte und tue. Du solltest Vertrauen haben in jedes Wort und jede Tat Meinerseits. Was immer Ich sage, ist die Wahrheit - dieses ist das Vertrauen, welches du haben solltest, auch wenn manchmal die Dinge anders zu sein scheinen.

Du hast bestimmt von dem Ereignis gelesen, als Krishna und Arjuna eines Tages im Wald spazieren gingen. Krishna schaute auf und sah einen Vogel am Himmel.

"Schau dir diesen Vogel an, Arjuna", sagte Er, "ist das nicht ein Adler?"

"Ja, Krishna, das ist ein Adler", antwortete Arjuna.

"Nein, ich denke, es ist eine Krähe", sagte Krishna.

"Sicher ist es eine Krähe", antwortete Arjuna erneut.

"Auf den dritten Blick denke ich, er sieht aus wie eine Taube", sagte Krishna.

"Ohne allen Zweifel ist es eine Taube", stimmte Arjuna zu.

Dieses ist es, was Ich mit bedingungslosem Vertrauen meine. Du vertraust unbedingt und blind dem Wort, Willen und der Tat Gottes, ohne jegliche Fragen, Zweifel und Unsicherheiten. Mein ausgesprochenes Wort wird Mein Wille. Wenn Ich etwas möchte, so wird es geschehen. Bezweifle das niemals. Wenn Ich sage Ich würde etwas für dich tun, so werde Ich es mit absoluter Sicherheit auch tun. Wenn du Mir vertraust, so wirkt das wie ein Katalysator und Mein Wille erfüllt sich schneller und leichter. Auch ohne dein Vertrauen wird Mein Wille seinen ursprünglichen Weg nehmen, weil das was Ich anordne auch geschehen wird! Aber mit deinem positiven Vertrauen und deiner unbedingten Hingabe gewinnt Mein Wille enorm an Energie und Triebkraft. Kannst du Mir folgen?

S: Ja, Baba. Das ist also alles eine Frage der persönlichen Haltung Gott gegenüber.

SAI: Wenn du über persönliche Haltung redest im Hinblick auf Glaube und Vertrauen, so gibt es da einen Unterschied zwischen deiner Haltung Gott gegenüber und Gottes Haltung dir gegenüber.
Wenn du an Gott glaubst, so nimmt Er dich unter seine Fittiche, schützt dich und läßt dich nicht leiden. Hier ist es so, daß der Devotee vollständig an Gott gebunden ist und Gott ist ganz frei. Wenn aber nun der Devotee 100 % Vertrauen in Gott entwickelt, dann ist es Gott, der vollständig an seinen Devotee gebunden ist, und der Gottergebene ist frei.

S.: Bitte erkläre das genauer, Baba.

SAI: Das ist so: Jeder von euch hat auf seinem Karmakonto Schulden und Kredite - Vergangenheit und Gegenwart hängen von deinen Handlungen, Gedanken und Charakter ab. Wenn dein Karma gut ist, wird auch das Resultat oder die Frucht gut sein. Ist es anders, wird es schlecht sein. Wenn du schlechtes Karma hast, so mußt du leiden.

Wie dem auch sei; dein Glaube an Gott wird deine Leiden lindern. Ich gebe dir einfach einen Schuß Gnade, welcher wie eine Droge wirkt oder wie ein Schmerzmittel. In Kürze dann, wenn du 100 % Glaube erlangt hast, verringert Gott all dein Leiden, aber dein Karma kann er nicht verringern. Dein Karma wirkt wie eine Bremse und bindet dich. Alles was Gott tun kann, ist Gnade ausschütten entsprechend deinem Karma, in Übereinstimmung mit dem was du verdienst. Auf diese Weise bist du gebunden und der Herr ist vollständig frei.

Aber, wenn du 100 % Vertrauen in Gott beweist, dann ist Er es, der gänzlich gebunden ist und der auf dich achten muß. Kein Karma von dir, sei es nun gut oder schlecht, kann mehr im Wege stehen und als Bremse wirken. Wenn du solch unbedingtes Vertrauen zeigst und den unerschütterlichen Glauben hast, daß "Er wird in Allem für mich sorgen, warum sollte ich mir Sorgen machen?" dann kann Er dich niemals fallen lassen. Er muß nach dir schauen und für alles für dich sorgen, was es auch sei, wie immer auch dein Karma oder die Umstände sein mögen. Auf diese Weise ist Gott derjenige, der an Seine Pflicht dem Hingegebenen gegenüber gebunden ist und der Gottgläubige selber dagegen ist vollständig frei.

Die Kraft totalen Vertrauens ist so groß, daß es alles Karma überwindet. Es hat die Kraft, Gott zu binden und Ihn in goldene Ketten zu legen, so daß er gezwungen ist, sich zu dem Ihm Hingegebenen hinunterzubeugen und dessen Wünsche und Willen zu befolgen.

100 % Glaube besagt, daß Gott dich nicht leiden läßt, 100 % Vertrauen bedeutet, daß Gott dich niemals fallen lassen wird. 100 % Glaube und 100 % Vertrauen zusammen machen 100 % Hingabe aus. Das ist die höchste Form von vollkommener Hingabe, in welcher der Herr sich in einem Zustand goldener Fesseln befindet und der Devotee in einem Zustand äußerster Gelassenheit und höchster Freude und Freiheit. Diese ist es, was sich jeder Gottgläubige als höchstes Ziel stecken sollte.

Erinnere dich daran, daß Glaube und Vertrauen keineswegs zwei getrennte Emotionen sind. Ohne Glauben kann niemals Vertrauen entstehen. Wenn du keinen Glauben an jemanden hast, wie wirst du ihm dann jemals vertrauen können? Demzufolge muß also erst der Glaube wachsen, dann entsteht das Vertrauen. Glaube ist der Samen, Vertrauen der Keim und totale Hingabe die Frucht.

S.: Swami, manchmal sagst Du, daß Du "morgen" etwas tun würdest, aber dieses "morgen" geschieht dann erst einige Jahres später. Warum ist das so?

SAI: Schau, mein Kind, du wirst dieses nie vollständig verstehen können. Es genügt für dich zu wissen, daß Ich Kalatitaya bin - also jenseits von Zeit und Raum. Ich bin nicht an irgendwelche zeitlichen Grenzen und Bestimmungen gebunden. Mein Zeitverständnis ist anders als deines. Du befindest dich in einem Käfig, die Zeit bestimmt dich Tag und Nacht, in Stunden und Minuten. Ich aber befinde mich außerhalb dieses Käfigs. Ich bin im ewigen Licht, Zeit ist für mich die Ewigkeit. Ich werde nicht von Tagen, Monaten und Jahren regiert. Alles, geschehe es in der Vergangenheit, in der Gegenwart oder in der Zukunft, ist für Mich dasselbe. Alle Zeit ist für Mich Gegenwart. Alles geschieht JETZT, in diesem Moment. Ich sehe die Dinge anders als du, weil meine Ausgangsposition eine andere ist.

S: Um es zusammenzufassen, dann ...

SAI: Um es zusammenzufassen, sollte dein Glaube dich totales Vertrauen in Mich lehren. Du solltest das unbedingte Vertrauen haben, daß Ich nach dir schaue, Mich um dich kümmere und für dich sorge. Du solltest das Vertrauen haben, daß Meine Gnade immer mit dir ist und daß Ich immer über dich wache und dich beschütze. Du solltest das Vertrauen haben, daß Ich dich niemals fallen lasse, daß Ich immer an deiner Seite bin, dir helfend, dich unterstützend, dich tröstend und dich durch Schwierigkeiten und Härten leitend. Ganz so als würdest du dich gegen eine Mauer lehnen, wissend, daß diese nicht zusammenbricht, so lehne dich an Mich und hänge ganz von Mir ab. Ich werde dann nach dir schauen und in allem für dich sorgen.


 

 

Sathya Sai Baba
Entnommen und übersetzt aus: Sathya Sai's Amrita Varshini (Nectarine Showers) by Sudha Aditya

Wenn du von Mir abhängst in totalem Glauben und totaler Hingabe, werde Ich für dein Wohlergehen sorgen und nach deinen Bedürfnissen schauen in dieser Welt und in der nächsten.

 


Der göttliche Gehorsam

Gehorsam Gott gegenüber bedeutet auch;

Der Gehorsam Gottes
dem Ihm hingegebenen Menschen gegenüber,

denn Gott geht MIT den positiven Energien und Wünschen des Menschen,
der sich Ihm anvertraut und macht das Beste für diesen Menschen selbst daraus.

Wenn du dich Gott hingibst, nimmt Er deine Wünsche auf
und gestaltet daraus ein gutes Schicksal für dich,
so gut Er es vermag und so gut es möglich ist.

Gelenkt wirst du auf diesem Weg durch dein intuitives Gefühl.

Das Göttliche dient dem Menschen
über den göttlichen Gehorsam des Menschen Gott gegenüber:
Gleiches wird hier mit Gleichem vergolten.

Durch unsere positive und konstruktive Lebensweise,
mit der wir unseren ganz persönlichen Weg gehen,
unterstützen wir die Arbeit und das Wirken Gottes auf der Erde
und im Gegenzug dazu unterstützt Gott uns darin,
daß wir ein glückliches Leben führen können.

/Eigenes




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