Einheit, die auf Göttlichkeit beruht

Ansprache vom 25.12.1992 – Pûrnacandra Halle 

Weihnachten wird an unzähligen Orten auf der ganzen Welt gefeiert, und zwar geschieht das meistens auf die Weise, dass man erst zum Gottesdienst in die Kirche geht und sich anschließend auf mehr oder weniger großen Festen mit Essen und Trinken vergnügt. Einzig und allein in Prashânti Nilayam kommen Menschen aus aller Welt, die verschiedene Sprachen sprechen und unterschiedlichen Religionsgemeinschaften und Berufen angehören, im Geist wahrer Brüderlichkeit zusammen und beginnen den Tag, indem sie Gottes Namen singen und von Gottes Herrlichkeit künden. Ihr ganzes Tun ist an diesem Tag auf Gott ausgerichtet. Nicht einmal am Geburtsort des Christus wird Weihnachten, sein Geburtstagsfest, mit solcher Einigkeit und spiritueller Hingabe gefeiert.

Verkörperungen der göttlichen Liebe!

Alle, die heute in der Welt als große Persönlichkeiten in Ehren gehalten werden, haben ihren Ruf nur durch ihre Charakterstärke und ihre Haltung erlangt. Um ein Ziel zu verwirklichen, muss man fest entschlossen und zielstrebig sein. Wer unbeständigen Geistes ist, kann keinen Erfolg haben. Alle Religionen und heiligen Schriften stimmen darin überein, dass die größte Tugend eines Menschen darin liegt, dass er notleidenden Mitmenschen zu Hilfe eilt und sie aus der Not befreit. Jeder Mensch auf der Welt hat die gleichen Rechte. Alle gehören einer einzigen Familie an. Es ist äußerst wichtig, Toleranz und Gleichmut zu üben, um Geistesfrieden genießen zu können. In jedem Land der Welt gibt es gute und schlechte, reiche und arme, gebildete und ungebildete Menschen. Manche Menschen sind engstirnig, hegen krumme Gedanken und handeln eigensüchtig, während andere, die zur selben Familie gehören und dieselbe Luft atmen, gut und selbstlos sind. ,Suhridam sarvabhûtânâm‘ (der Freund aller Wesen, der ihnen Gutes tut, ohne dafür etwas von ihnen zu erwarten) und ,ekâtma sarvabhûtântarâtman‘ (der Atman, die Seele, ist in allen Wesen ein und derselbe) lauten zwei bekannte Zitate aus dem Veda. Allen Wesen gegenüber freundlich gestimmt zu sein, ist jedermanns Pflicht, denn derselbe Atman ist in allen Wesen. Wenn man diese Wahrheit richtig begreift, ist es die Pflicht eines jeden, der als Mensch geboren ist, anderen auf der Grundlage von Liebe Gutes zu tun.

Man braucht Gott nirgendwo zu suchen, denn Gott wohnt in jedem Wesen. Darum muss man den Körper als Tempel Gottes betrachten. Die Menschen von heute hegen im Gemüt schlechte Gedanken und verunreinigen so das Herz, das doch der Sitz Gottes ist.

Vom Tier zu Gott

In jedem Menschen stecken vier Möglichkeiten: das animalische, das dämonische, das menschliche und das göttliche Potential. Jemand, der das göttliche Potential lebt, wird zum brahmanishtha, d.h. zu einem Menschen, der sich ständig des ihm innewohnenden Atman bewusst ist. Er wird die diesem Bewusstsein entspringende Glückseligkeit erfahren und jeden Augenblick seines Lebens heiligen, indem er Gutes tut. Er erkennt, dass derselbe Atman als inneres Selbst in allen Wesen wohnt. Sein Leben ist voller Glückseligkeit, und er nimmt von eigensüchtigen Gedanken Abstand. Er ist ein brahmajnânin oder âtmajnânin, jemand, der das göttliche Selbst erkannt hat, eine gottverwirklichte Seele. Er ist sich der Wahrheit bewusst, dass andere zu ehren bedeutet, Gott zu ehren, und dass man Gott verletzt, wenn man andere verletzt. Solche Menschen strahlen Göttlichkeit aus, obwohl sie einen menschlichen Körper tragen.

Die ,menschlichen‘ Menschen folgen dem Weg der Wahrheit und Rechtschaffenheit. Sie handeln in strikter Übereinstimmung mit Wahrheit und Rechtschaffenheit, indem sie ihr kritisches Unterscheidungsvermögen auf richtige Weise einsetzen. Sie erledigen ihre Pflichten ohne Verlangen nach Ansehen, Macht, Geld oder Ruhm. Solche Menschen leben in Eintracht mit ihren Mitmenschen und erledigen ihre Pflichten in festem Glauben an die drei Grundsätze: Fürchte die Sünde, liebe Gott und beachte Moral in den zwischenmenschlichen Beziehungen. Betrachten wir nun den Vertreter des dämonischen Charakters. Er kümmert sich nicht um die für die Menschen geltenden Verhaltensregeln. Er interessiert sich bedenkenlos nur für Sinnesfreuden, ist voller Eigensucht und Stolz und zeigt keine Skrupel, andere um eigensüchtiger Belange willen zu verletzen. Unbekümmert begeht er fortwährend Missetaten. Egoismus ist seine Lebensenergie und Festhalten sein Rückgrat. Solch selbstsüchtiger Mensch wird als dämonisch bezeichnet. ,Jnâna vihîna pashubishsamânaha - ein Mensch ohne Wissen ist wie ein Tier‘, heißt es. Ein völlig unwissender Mensch wird für nicht besser als ein Tier angesehen. Das Leben eines solchen Menschen kreist einzig und allein um Befriedigung der Sinne. Seine Gedanken gehen nie über die Sinnestriebe hinaus, weil er nichts von der ihm innewohnenden Göttlichkeit weiß. Die vergänglichen Freuden dieser Erde hält er für Glückseligkeit und lebt in ständiger Verblendung, da er keine Unterscheidungskraft besitzt. Jeder Mensch muss sich bemühen, zur Menschlichkeit aufzusteigen. Er muss die animalischen und die dämonischen Eigenschaften ablegen und sich dann bemühen, seine wahre göttliche Natur zu erkennen und zu verwirklichen. Heutzutage sehen wir die Menschen in die entgegengesetzte Richtung gehen: von der Menschlichkeit in die dämonischen und animalischen Zustände.

Die Botschaft Jesu

Am 25. Dezember suchten drei Könige den Geburtsort Jesu auf. Die drei äußerten drei verschiedene Ansichten über das neugeborene Kind. Einer sah das Kindlein an und sagte: „Mir scheint, dieses Kind wird Gott lieben.“ Der zweite König sagte: „Gott wird dieses Kind lieben.“ Der dritte König aber sprach: „Wahrlich, dieses Kind ist Gott selbst.“ Der erste hatte das Kind vom körperlichen Standpunkt aus betrachtet. Der zweite sah es vom geistigen, der dritte vom spirituellen, auf den Atman bezogenen Standpunkt aus. Diese drei Aussagen weisen darauf hin, wie man sich von der menschlichen zur göttlichen Ebene weiterentwickeln kann. Es geht nur darum, die animalischen und die dämonischen Eigenschaften im Menschen auszurotten.

Der Mensch von heute verehrt unbelebte Idole und Bilder, unternimmt aber keinen Versuch, seine Mitmenschen aus Fleisch und Blut zu lieben. Dies war die erste Botschaft Jesu. Obwohl man seine Nächsten Tag für Tag sieht, kann man sich nicht dazu entschließen, sie zu lieben. Wie kann man dann annehmen, dass solch ein Mensch einen unsichtbaren Gott lieben könnte? Wenn der Mensch einen sichtbaren Mitmenschen nicht lieben kann, wie kann er dann etwas lieben, das für ihn nicht sichtbar ist? Das ist unmöglich. Nur ein Mensch, der die Lebewesen ringsum liebt, kann das unsichtbare Göttliche lieben. Liebe muss mit Liebe für Wesen beginnen, die Gestalt haben. Sie muss sich auf alle Wesen ausdehnen. Das ist das erste Stadium der Spiritualität. Spiritualität bedeutet nicht die vornehmliche oder ausschließliche Beschäftigung mit Meditation, Gottesverehrung u.ä.. Spiritualität beinhaltet völlige Auslöschung der animalischen und dämonischen Eigenschaften im Menschen und die Offenbarung seiner innewohnenden Göttlichkeit. Wenn der Mensch die ihn einengenden Zu- und Abneigungen abgelegt hat, wird die ihm innewohnende Göttlichkeit, das „Sein-Bewusstsein-Glückseligsein“ sich manifestieren.

Es ist nicht nötig, das allgegenwärtige Göttliche an irgendeinem besonderen Ort zu suchen. Wozu müsst ihr das Göttliche irgendwo suchen, wenn ihr doch selbst göttlich seid? Solche Suche würde nur von Dummheit zeugen. Jesus vollbrachte viele Wundertaten, linderte die Leiden vieler Notleidenden, lehrte die Menschen tiefgründige Wahrheiten und opferte schließlich sein Leben. Nach seinem Martyrium zeigte seine Botschaft mehr als hundert Jahre lang keine besonderen Auswirkungen. Vierhundert Jahre später wurde das Christentum von den römischen Kaisern anerkannt. Viele Jahrhunderte sind vergangen, aber die Menschheit ist noch nicht zur Entdeckung der dem Menschen innewohnenden Göttlichkeit vorgedrungen. Der Mensch sucht für alles, was er glaubt oder tut, einen Grund. Habt ihr es nötig, einen Grund dafür zu suchen, dass ihr die Zeit, die ihr für euer Handeln aufwendet, heiligen solltet? Wenn ihr euch selbstlos für das gemeinsame Gute der Gesellschaft einsetzt und eure Aufgaben pflichtgetreu erledigt, dann heiligt ihr euer Leben. Jede Handlung besteht aus vier Grundelementen: kârana, karman, kâla und kartavya. Kârana ist das Motiv, karman ist die Handlung, kâla ist die Zeit und kartavya die erledigte Pflicht. Wir können hierfür ein Beispiel anführen: Nehmt einmal an, ihr möchtet nach Madras fahren, um eure Verwandten zu besuchen. Ihr geht morgens zur Bushaltestelle, setzt euch in den Bus, reist acht Stunden und kommt abends in Madras an. Die Verwandten sehen zu wollen war das Motiv. Sich in den Bus setzen und reisen ist die Handlung.

Der Zeitaufwand von acht Stunden ist der Zeitfaktor, und dass ihr euch freut, eure Verwandten in Madras zu sehen, ist die Erfüllung des Ziels. Wenn ihr dasselbe im Traum tut, ist kein Zeitfaktor vorhanden. Motiv und Handlung fehlen ebenfalls. Sobald ihr erwacht, stellt ihr fest, dass ihr im Bett seid, und dass euer Treffen mit den Verwandten in Madras nicht wirklich statt-gefunden hat. Alle vier Faktoren fehlen im Traumzustand. Nur wenn diese vier vorhanden sind, nimmt das Ganze Wirklichkeit an. Die Bezeichnung für das angestrebte Ziel ist lakshya. Ihr werdet als Menschen geboren, um eure Pflicht zu tun. Das Leben ist euch nur gegeben, um die Göttlichkeit zu erkennen. Der Körper ist das Instrument, mit dem dieses Ziel erreicht werden kann. (Anmerkung des Übersetzers: kârana bedeutet sowohl Zweck, Motiv als auch Werkzeug.) Wenn eure Lebenszeit um ist, dann habt ihr euer Handeln in dieser Zeit  vollbracht. Ihr solltet dann auch die Erfüllung fühlen, euer Ziel erreicht zu haben. Jesus verkündete nur diese Wahrheit und lehrte die Menschen, dass der Körper für den Dienst an der Gemeinschaft eingesetzt werden sollte. Dies ist die Lehre des Vedanta. Der Vedanta sagt ausdrücklich, dass der einzige Zweck des Körpers darin besteht, ihn für selbstloses Handeln in der Welt einzusetzen. 

Der Weihnachtsbaum

Jesus ließ sich an einem Freitag kreuzigen. Es war Sonntag, als er aus dem Grab auferstand. Darum ist der Sonntag der Tag des Gottesdienstes in den Kirchen. Die Katholiken maßen der Jungfrau Maria, der Mutter des Christus, große Bedeutung bei, die Protestanten hielten die Geburt Christi für wichtiger. Die Katholiken feiern Weihnachten am Abend des 24. Dezember und verehren damit Maria, die Protestanten feiern am 25. Dezember die Geburt Christi. Es ist Brauch, an diesem Tag einen Weihnachtsbaum aufzustellen und diesen Baum zu ehren. Dieser Brauch wurde ursprünglich in Deutschland eingeführt. Ein englischer Prediger namens Jensen war einst in Germanien zu Besuch. Als er dieses Land als Missionar bereiste, sah er eines Tages, dass einige Germanen ein Kind töten wollten, um es dem Gott, der nach ihrem Glauben in einer Eiche wohnte, zu opfern. Das erschreckte den Missionar, und er fragte die Leute, das unschuldige Kind opfern wollten. Sie wollten dieses Opfer mit der Behauptung rechtfertigen, dass Gott in diesem Baum wohne. Da nahm er eine Axt und fällte den Baum. Zu seiner großen Überraschung wurde sein ganzer Körper von einer unerklärlichen Vibration erschüttert, und er sah die Gestalt eines Kindes zwischen den zwei Teilen des von ihm zerhackten Baumes.

Dieses Ereignis bestätigt die Wahrheit, dass Gott nicht nur in den Menschen wohnt, sondern auch in den Pflanzen und Bäumen. Von jener Zeit an begannen die Menschen, einen Weihnachtsbaum aufzustellen und ihn am Weihnachtstage zu ehren. Der aus Indien stammende Brauch, Gott in vielen Formen zu verehren, u.a. auch in Pflanzen und Steinen, war lange auch in anderen Ländern verbreitet. Auch unter den Christen gibt es Menschen, die der Welt entsagt haben. Die betreffenden Männer werden Mönche genannt und die Frauen Nonnen. In dieser Hinsicht bestehen keine Unterschiede zwischen den verschiedenen Religionen. Alle streben dasselbe Ziel an. Auch das Christentum verbreitete die Lehre von nur einem Gott.

Heutzutage aber wird das reine, ewige Atman-Prinzip vergessen, weil man sich vornehmlich mit Weltlichem beschäftigt.“ (Baba beschrieb nun, wie es zu dem Brauch kam, am Weihnachtstag den Weihnachtsmann in rotem Kleid Gaben an die Kinder verteilen zu lassen. Er erzählte die Geschichte vom heiligen Nikolaus, der diesen Brauch einführte, als er Bischof wurde.) Alle Religionsgemeinschaften feiern die Geburtstage großer Persönlichkeiten. Die Ideale aber, für die diese Menschen lebten, werden nicht beachtet oder befolgt. Wenn man kein Interesse hat, ihre Lehren zu befolgen, dann verlieren diese Feste ihre Bedeutung und sind nur noch oberflächlich eingehaltene Bräuche. Das wird den guten Menschen, deren Geburtstage gefeiert werden, nicht gerecht. Christus lehrte die Menschen, alle Lebewesen zu lieben und allen mit-fühlend zu dienen. Nur wenn man diese Ideale anwendet, kann man Christi Geburtstag wirklich feiern. Die dem Menschen innewohnende Göttlichkeit sollte sich in jeder Tat widerspiegeln. Der Sitz der Wahrheit ist in eurem Herzen. Andere aus ganzem Herzen zu lieben, ist Gottesdienst. Ihr müsst in Liebe leben und ein Leben selbstloser Hilfsbereitschaft auf der Grundlage von Liebe führen. Das ist die einzig wahre Art, die Geburt Christi zu feiern. Gott wird nicht geboren und stirbt nicht. Gott verändert sich nicht. Er ist unveränderlich und ewig. Die Seele (Atman) ist nur eine Widerspiegelung Gottes und wohnt als derselbe ewige Zeuge in allen Wesen. Geburt und Tod betreffen nur den Körper. Es ist nicht richtig, den Körper anzubeten. Der vergängliche Körper  ist das Mittel für den Menschen, in der gestaltlosen allerhöchsten Wirklichkeit auf zugehen. Weihnachten in Prashânti Nilayam

Verkörperungen des göttlichen Atman!

An zahllosen Orten auf der ganzen Welt wird Weihnachten gefeiert. Nirgendwo auf der Welt wird es so gefeiert wie hier in Prashânti Nilayam. Woanders besuchen die Menschen irgendeinen Gottesdienst und vergnügen sich auf Festen mit Essen und Trinken. Hier aber finden Menschen aus vielen Ländern der Welt zusammen. Sie sprechen unterschiedliche Sprachen und gehören verschiedenen Glaubensrichtungen und Kulturen an. Ungeachtet aller Unterschiede beginnen sie den Tag gemeinsam mit dem Lobpreis des Namens Gottes, und sie verbringen den Tag zusammen im Austragen der Botschaft allumfassender Liebe. Das ist Einheit in der Vielfalt, in die Tat umgesetztes advaita (Nicht-Dualität, Einheit). Wir machen jede Minute diese Erfahrung. Was bedeutet es, Ältere und Respektspersonen mit der namaskâra-Geste zu begrüßen? (Bei diesem Gruß legt man die Handflächen aneinander und verneigt sich. A.d.Ü.) Es bedeutet ein Zusammenfügen der fünf Wahrnehmungsorgane und der fünf Handlungsorgane zu einem Ganzen, ein Herstellen von Einklang der verschiedenen Sinne. Das Sanskritwort namaskâra kann man aufteilen in na und maskâra. Na heißt nein. Das weist darauf hin, dass man das Ego aufgibt und sich nicht mit dem Körper identifiziert. Die Einigkeit aller Sinnesorgane wird ahamkâra, das Ego, auslöschen. So kommt ihr zu Reinheit, und Reinheit führt zu Göttlichkeit. Diese Einheit kann man nur in Prashânti Nilayam finden Politiker und Redner sprechen heute viel von Einigkeit und Reinheit, setzen aber nichts von dem, was sie predigen, in die Tat um. Einzig in Prashânti Nilayam wird alles auf natürliche Weise von dieser Einigkeit und Reinheit durchdrungen, ohne dass irgendwer sich dafür anstrengen muss. Hier leben alle wie Brüder und Schwestern einer einzigen Familie.

Die Kraft der Liebe

Hier sind viele reiche Ausländer, die daheim über fürstlichen Luxus verfügen und sich hier mit einem spartanischen Leben begnügen müssen. Obwohl das Leben hier in den Hallenunterkünften nicht den geringsten Komfort bietet, wohnen sie in Gemeinschaftssinn und Kameradschaftsgeist zusammen. Das Leben in einer großen Villa war für sie lange nicht so schön wie ihr Aufenthalt hier unter diesen ungemütlichen Bedingungen. Das liegt an der göttlichen Liebe, die sie in sich tragen. Wenn man diese Liebe nicht in sich hat, kann man es hier, unter diesen unbequemen Umständen, keine Minute aushalten. Verkörperungen der göttlichen Liebe! Ihr Angehörigen Gottes, die ihr aus fernen Ländern gekommen seid! Ihr passt euch an das Leben hier an und seid glücklich, obwohl euch die Annehmlichkeiten, die ihr daheim gewohnt seid, fehlen. Das ist tatsächlich keine geringe spirituelle Übung (sâdhana), die man durchaus als Askese bezeichnen kann. Trotz aller Unbequemlichkeiten und Schwierigkeiten strahlen die Ausländer mit ihrem Lächeln Freude aus. Das kommt durch ihre Liebe zu Swami. Sie geben viel Geld aus, um hier herzukommen und sich willig den Anforderungen des disziplinierten Lebens hier zu unterziehen, und dabei sind sie noch stets guter Dinge. Unsere Landsleute, die hier zusammenkommen, zeigen sich trotz aller Bequemlichkeiten, die sie hier finden, nicht von der fröhlichen Seite.

Verkörperungen der Liebe!

Wer ständig in Liebe und Hingabe an Gott denkt, wird immer glücklich sein - ob er sich in einem Dorf oder in der Stadt aufhält, durch den Himmel fliegt oder im Walde sitzt, denn Gott tanzt in seinem Herzen und erfüllt ihn mit Freude. Unser Land erfährt viele Schwierigkeiten und Unruhen, weil ihm die Einheit fehlt. Das Fördern und Verbreiten von Einheit ist unentbehrlich für den Frieden des Landes und der ganzen Welt.

Es genügt nicht, andere nur mit Worten zu begrüßen; der Gruß sollte aus ehrlichem, liebevollem Herzen kommen.

Sanathana Sarathi – Heft Januar 1993

 

Weihnachten - die geweihte Nacht im Christentum

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