Opfergeist führt zu Unsterblichkeit

 

 

Von den Moslems als Allah verehrt,
als Jehova von den Christen,
als der lotosäugige Lord Vishnu von den Vaishnavas
und als Shambhu von den Verehrern Shivas;
Gott wird verehrt als das Eine Höchste Selbst,
welches Gesundheit und Wohlstand verleiht.
Die Menschen mögen Gott in verschiedenen Namen und Formen verehren,
aber der eine gleiche Gott antwortet auf die Gebete aller.

(Gedicht in Telugu)

 

 

Verkörperungen der Liebe!

Jeder ist sich der Tatsache bewusst, dass das Menschenleben höchst wertvoll, edel und heilig ist. Die ehemaligen Schülerinnen der Shrî Sathya Sai-Universität in Anantapur, die sich selbst als „Botschafterinnen von Sathya Sai“ bezeichnen, erbringen viele Dienste zum Wohle der Gesellschaft. Zuerst und vor allem muss man die wahre Bedeutung des Begriffes „Botschafter“ verstehen. Jeder Mensch ist ein Botschafter Gottes. Jeder ist durch den Willen Gottes in diese Weit hineingeboren. Nur ständige Nachforschung wird den Hintergrund sichtbar machen, aus dem heraus Gott seine Botschafter in die Weit schickt.

Die oberste Pflicht des Menschen ist es, den Strom der göttlichen Liebe zu jedem und allem fließen zu lassen. Der Mensch ist nicht dazu geboren, nur für sich selbst zu leben. Nur wenn er sein Leben dem Dienst an der Gesellschaft widmet, wird er sich selbst veredeln und Selbsterfüllung erlangen. Gott hat Menschen in diese Weit geschickt, um diese Botschaft zu leben und zu lehren. Welchen Sinn hat die menschliche Geburt, wenn der Mensch wie ein Klumpen Lehm bleibt und nicht der Gesellschaft dient?

(Gedicht in Telugu)

 

Alle sind Botschafter Gottes

Da man als Mensch geboren ist, muss man die innewohnende Göttlichkeit ver-wirklichen. Die oberste Pflicht jedes Einzelnen als eines Botschafters Gottes ist es, die Prinzipien von Wahrheit, Liebe und Frieden zu leben und zu lehren, die Glückseligkeit zu erfahren und diese mit anderen zu teilen. Wer weltliche, flüchtige und äußerliche Dinge propagiert, kann nicht ein Botschafter Gottes genannt werden.

Als Jesus geboren wurde, kamen drei arabische Könige, um ihn zu sehen. Sie waren überglücklich, als sie das neugeborene Baby sahen. Als sie aufbrachen, sagte der erste König zu Mutter Maria: „Mutter, du hast ein Kind geboren, welches Gott liebt.“ Der zweite König sagte: „Mutter, du hast ein Kind geboren, welches von Gott geliebt werden wird.“ Der dritte König sagte: „Mutter Maria, dein Kind ist nicht verschieden von Gott, beide sind ein und dasselbe.“ Sobald wir die innere Bedeutung dieser drei Aussagen verstanden haben, werden wir die Wahrheit wissen. Wer Gott liebt, ist der Botschafter Gottes; wen Gott liebt, der ist der Sohn Gottes; und wer das Prinzip der Einheit versteht, wird eins mit Gott.

Heutzutage gibt es nur wenige, die die Botschaft Gottes verkünden; die Mehrheit der Menschen tut gerade das Gegenteil. Da der Mensch die göttliche Liebe empfangen hat, sollte er seine Mitmenschen das gleiche Prinzip lehren. Als Jesus seine sterbliche Hülle verließ, rief er aus: „Alle sind eins, mein lieber Sohn! Behandle alle gleich.“ Gebt die Anhaftung an den Körper auf. Der Körper unterliegt der Veränderung und wird sich schließlich auflösen. Gott ist die Verkörperung der Wahrheit. Wahrheit ist, was sich in allen drei Phasen der Zeit (Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft – A.d.Ü.) nicht verändert. Man muss dem Weg der Wahrheit folgen, um das Prinzip der Wahrheit und der göttlichen Liebe verkünden zu können. Gott liebt jene, die dem Pfad der Wahrheit folgen. Jesus verbreitete die göttliche Botschaft der Liebe. Er sagte: „Der Tod ist das Kleid des Lebens.“ Deshalb, so sagte er, muss man die Anhaftung an den Körper aufgeben und Anhaftung an den Geist entwickeln. Der Körper ist wie eine Blase auf dem Wasser. Er ist nur ein Kleid der individuellen Seele.

Die Kultur von Indien (Bhârat) erklärt: „Der Körper ist der Tempel Gottes und der innewohnende Geist ist ewig göttlich“ („deho devâlaya-prokto jîvo deva sanâtana“). Die uralte und ewige Göttlichkeit nimmt menschliche Form an, um den Menschen den Weg der Wahrheit zu zeigen. So wie der Sohn der rechtmäßige Erbe des Vaters ist, so hat der Mensch das gleiche Recht auf Gottes Eigentum an Liebe, Wahrheit, Geduld, Frieden und Empathie (die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen - A.d.Ü.). Das Prinzip der Liebe ist das höchste. Liebe ist das allen Werten zugrundeliegende Prinzip. Liebe ist Gott, lebt in Liebe.

Jeder Mensch ist ein Botschafter Gottes. Der Mensch sollte sein Leben nicht mit bloßem Essen, Trinken und Schlafen verschwenden. In Wirklichkeit ist so ein Leben eine Besudelung der menschlichen Natur als solcher. Jede Handlung des Menschen sollte die göttliche Botschaft widerspiegeln. Unglücklicherweise ist dies bei den heutigen Menschen nicht der Fall. Manche Menschen nehmen für sich in Anspruch, ihr Leben der Mission Gottes gewidmet zu haben. Aber in Wirklichkeit ist es nicht so. Sie verschwenden ihre kostbare Zeit mit materiellen Bestrebungen. Es ist nichts Falsches daran zu studieren, einer Erwerbsarbeit nachzugehen und Geld zu verdienen; vorausgesetzt, dies wird alles im richtigen Geist getan, der wohltuend für alle und jeden ist.

Ihr seht viele Menschen leiden. Auf welche Weise helft ihr ihnen? Jesus erhob Einspruch gegen die Praxis von Tieropfern in Jerusalem. Als Ergebnis davon sah er sich starker Feindseligkeit ausgesetzt. Menschen, die der Menschheit helfen wollen, wird Leid zugefügt.

 

Verehrt Gott in Freude und Leid

Die Dualitäten des Lebens, wie Leid und Freude, gehen Hand in Hand.

Leid und Freude existieren zusammen;
es ist unmöglich, sie zu trennen;
Freude existiert nicht für sich;
die Fruchtbildung des Schmerzes ist die Freude.

(Gedicht in Telugu)

Die Botschaft der Wahrheit muss die ganze Welt gelehrt werden. Ohne Schmerz erkennt man den Wert der Freude nicht. Der Wert des Lichtes kann nur erkannt werden, wenn Dunkelheit da ist. Dies war die Lehre von Jesus. Man muss Schwierigkeiten überwinden, um im Leben erfolgreich zu sein. Mache die Leidenden glücklich. Betrachte jede Handlung als Gottes Werk. Direkt von Geburt an erfährt der Mensch Leid und Freude. Aber er ist unfähig zu verstehen, dass im Schmerz Glück liegt. Welche Art von Glück? Ist es mit dem Körper oder mit dem Gemüt (mind) verbunden? Nein. Es ist mit dem höheren Selbst (âtman) verbunden.

Frieden ist für den Menschen auf allen drei Ebenen – Körper, Gemüt (mind) und Geist (spirit) – wesentlich. Aus diesem Grund singen wir „shânti“ („Frieden“) dreimal. Der Mensch kann auf diesen drei Ebenen nur Frieden erlangen, wenn er Liebe zu Gott entwickelt. Ein Mensch ohne Liebe zu Gott wird niemals friedvoll sein. Alle weltlichen Vergnügungen sind vorübergehend und flüchtig. Die gleiche Ansicht wurde von Shankarâcârya ausgesprochen: „Geld, Macht und Jugend sind vorübergehend und werden nicht lange dauern.“ („mâ kuru dhana jana yauvana garvam, harati mimeshât kâlah sarvam“). Seid nicht stolz auf Wohlstand, Nachkommenschaft und Jugend; der Strom der Zeit mag sie in einem Augenblick zerstören. Was ist Glück? Bedeutet es, in einem klimatisierten Raum zu sitzen oder köstliche Mahlzeiten zu sich zu nehmen? Diese Dinge verschaffen Glück nur auf der körperlichen und der mentalen Ebene, nicht auf der Ebene des höheren Selbst (âtman). Wahres Glück ist, was auf den Atman bezogen ist. Ihr solltet euch nicht vor Schwierigkeiten fürchten, sie sind vorüberziehende Wolken. Schwankt nicht. Folgt dem Herzen, welches fest und unerschütterlich ist. Die Einheit von Kopf, Herz und Hand ist wesentlich für den Menschen. Dies ist die wahre Bedeutung des Kreuzzeichens der Christen. (Swami machte das Kreuzzeichen, um zu zeigen, wie es sich über Herz, Hände und Kopf ausbreitet.) Gib Gott in deinem Herzen Raum. Sinne über ihn nach und vollbringe gute Handlungen. Betrachte jedes Tun als Gottes Werk und handle entsprechend. Den Armen nur Essen zu geben und Kleider an sie zu verteilen, macht keinen Dienst am Nächsten (sevâ) aus. Zusammen mit diesen Dingen muss die ewig währende Liebe gepflegt werden. Vom Morgen bis zum Abend sollten alle unsere Handlungen von Liebe erfüllt sein.

 

Beginnt den Tag mit Liebe,
füllt den Tag mit Liebe,
verbringt den Tag mit Liebe,
beendet den Tag mit Liebe,
dies ist der Weg zu Gott.

 

Es sind sehr wenige, die für diese Botschaft Propaganda machen. Es reicht nicht aus, sich selbst einen Botschafter zu nennen; ihr habt die göttliche Botschaft zu verbreiten. Glücklich sind jene, welche Gottes Worte beachten. Erfülle deine Pflicht, Gottes Botschaft zu verbreiten, unabhängig davon, ob die Menschen zuhören oder nicht.

Viele Menschen nennen sich selbst Devotee, ohne die Bedeutung und den tieferen Sinn des Begriffes der religiösen Verehrung (devotion) zu verstehen. Gottesverehrung meint nicht die Durchführung von Riten und Ritualen. Wahre Gottesverehrung liegt darin, den Worten Gottes zu gehorchen und seine Botschaft zu verbreiten. Trotz unzähliger Schwierigkeiten wich König Harishcandra niemals vom Pfad der Wahrheit ab. Man muss Gott sowohl in Zeiten des Leides wie auch in denen der Freude verehren. Durch die Wirkung des Kali-Zeitalters verehren unglücklicherweise die Menschen Gott nur, wenn alles gut geht; aber sie kritisieren ihn in Zeiten von Schwierigkeiten. Als befohlen worden war, dass alle Jünger von Jesus mit ihm gekreuzigt werden sollten, verweigerten sogar seine engsten Jünger Petrus, Matthäus und Paulus, sich als seine Gefolgsleute zu bezeichnen. Können diese wahre Jünger genannt werden? Man sollte darauf vorbereitet sein, um Gottes willen alles zu opfern. Missachtet unter keinen Umständen die Gebote Gottes. Dies ist Entschlossenheit. Entschlossenheit lässt den Opfergeist wachsen, welcher zur Unsterblichkeit führt.

„Unsterblichkeit kann nur durch Opfergeist erlangt werden, und nicht durch Wohlstand, Nachkommenschaft oder Handlung“ („na karmanâ, na prajayâ, dhanena tyâgenaike amritatvam anâshuh“). Wenn Geld und Gesundheit verlo-ren sind, können sie zurückgewonnen werden, wenn jedoch der Charakter verloren ist, ist alles verloren. Heutzutage strebt der Mensch erheblich nach Wohlstand und Glück, während er den Charakter vernachlässigt. Wahrheit und göttliche Liebe begründen Wohlstand. Wenn ihr ernsthaft dem Weg der Wahrheit folgt, werdet ihr nicht auf Schwierigkeiten treffen. Wie könnt ihr erwarten, dass Gott euch schützt und euch seine Gnade erweist, wenn ihr nicht der Wahrheit verpflichtet seid? Wahre Gottesverehrung liegt darin, sowohl Freude als auch Leid mit Gleichmut anzunehmen. Solch eine göttliche Botschaft sollte zu anderen weitergetragen werden. Die wahre Botschaft ist die Botschaft der Liebe. Teile deine Liebe mit jedem. Es gibt keinen größeren Reichtum als Liebe. Einst erschien Johannes im Traum ein Engel und gab ihm ein Buch mit der Bitte, es zu lesen und seinen Inhalt in sich aufzunehmen. Hier bedeutet „auf-nehmen“, die wesentliche Botschaft dieses Buches in die Praxis umzusetzen. Vâlmîki nannte Râvana einen Narren, obwohl dieser 64 Arten des Wissens gemeistert hatte, weil er nicht umsetzte, was er gelernt hatte. Râma dagegen praktizierte, was er gelernt hatte.

 

Folgt den Idealen von Jesus

Der Vedânta sagt: „Wer Brahman erkennt, wird selbst zu Brahman“ („brahma-vid brahmaiva bhavati“). Johannes ähnelte Jesus in jeder Hinsicht, da er ständig über ihn kontemplierte. „Wie du denkst, so wirst du.“ Wenn du unaufhörlich an Gott denkst, wirst du seine Form annehmen. Prahlâda gab auch in Zeiten der Not niemals die Namensrezitation auf. Als er sich Lord Nârâyana vollständig hingegeben hatte, wurde er beschützt. Als er in den Ozean geworfen wurde, nahmen die Wellen die Form von Lord Nârâyana an. Als er vom Berggipfel geworfen wurde, hielt ihn Lord Nârâyana in seinen Armen; und als er von giftigen Schlangen gebissen wurde, wurde das Gift zu Nektar. Seid niemals deprimiert, wenn ihr von Schwierigkeiten niedergedrückt werdet. Gott wird euch niemals Prüfungen auferlegen, die ihr nicht ertragen könnt. Er testet seine Devotees auf verschiedene Arten. Test ist der Geschmack (englisch: taste – A.d.Ü.) von Gott. Fürchtet niemals einen Test. Seid bereit, für Gott sogar euer Leben zu opfern. Nur dann wird Gott euch schützen.

Ursprünglich hasste Paulus Jesus. Eines Tages erschien ihm Jesus im Traum und fragte ihn liebevoll: „Paulus, was habe ich dir angetan, warum kritisierst du mich? All deine Probleme sind Folgen deiner eigenen Handlungen; ich bin nicht verantwortlich für dein Leiden.“ Paulus wurde daraufhin transformiert und wurde zu einem Heiligen. So verwandelte Jesus viele Sünder zu Heiligen. Verehrt Jesus, indem ihr seinen Idealen folgt. Jesus wies auf drei Stadien hin. Das erste Stadium ist: „Ich bin ein Botschafter Gottes.“ Er wollte die Botschaft Gottes verkünden. Das Zweite ist: „Ich bin der Sohn Gottes.“ Der Sohn hat ein Anrecht auf das Eigentum des Vaters. Was ist das Eigentum Gottes? Wahrheit, Liebe, Geduld, Frieden und Rechtschaffenheit sind das Eigentum Gottes. Daher soll der Mensch danach streben, diese Eigenschaften zu erlangen. Er hat diese Tugenden zu leben, zu erfahren und zu lehren. Nur dann verdient es der Mensch, Sohn Gottes genannt zu werden. Das dritte Stadium ist: „Ich und mein Vater sind eins.“ Dieses Stadium ist erreicht, wenn das Prinzip der Einheit verwirklicht worden ist. Als Jesus diesen Stand erreicht hatte, litt er überhaupt nicht mehr; er war stets voll Glückseligkeit und für alles bereit. Selbst bei der Kreuzigung lächelte er, weil er wusste, dass er nicht der Körper ist. Der Körper muss vergehen, aber der Bewohner des Körpers hat keine Geburt und keinen Tod. In Wahrheit ist der Bewohner Gott selbst. Jesus verstand, dass der Körper nur eine Hülle ist, und dass Gott der Bewohner ist.

Ihr solltet festen Glauben haben, dass ihr die Botschafter Gottes seid. Verkündet Swamis Botschaft in der ganzen Welt. Einige Leute werden es mögen und andere nicht. Kümmert euch nicht darum, was andere sagen, sei es „ja“ oder „nein“. „Nein“ und „ja“ existieren nur in Beziehung zu euch; aber für Sai ist alles ja, ja, ja. Gott hat keine Mängel. Alle Worte und Taten Gottes sind perfekt. Ihr erlebt die Widerspiegelung, die Reaktion und den Widerhall eurer Gefühle. Diese sind in ihrem Wesen psychologisch. Gott gibt immer nur Gutes. Versteht und erfahrt diese Wahrheit.

Matthäus war Steuereintreiber. Er besuchte regelmäßig die Fischer und erkundete, wie weit ihr Glaube an Jesus gediehen war. Thomas pflegte an der Göttlichkeit von Jesus zu zweifeln. In diesem Kali-Zeitalter gibt es immer mehr solcher zweifelnden Thomase. Seid niemals in der Gesellschaft solcher Leute. Gott ist wie Feuer und ihr wie die Kohle. Wenn Kohle mit Feuer zusammenkommt, wird die Kohle eins mit Feuer. Entsprechend werdet ihr eins mit Gott, wenn ihr mit ihm in Kontakt kommt. Habt vollkommenes Vertrauen in Gott.

 

Verkörperungen der Liebe!

Alle sind Botschafter Gottes. Alle sind Verkörperungen der Liebe. Es gibt niemanden, der keine Liebe hat. Aber ihr missbraucht sie, indem ihr sie auf weltliche Beziehungen umleitet. Ohne Zweifel müsst ihr für euren Ehepartner und eure Kinder sorgen. Aber das ist nicht alles. Gott allein ist wichtig. Eine Null bekommt Wert, wenn eine Eins davorsteht. Der Mond ist eine Null, die Sonne ist eine Null, die Welt ist eine Null, nur Gott ist der Hero (Wortspiel: zero – hero; A.d.Ü.). Alles wird zu nichts in Abwesenheit dieses Heroen. Ein Hero wird eine Null, wenn er Gott vergisst. Habt vollkommenen Glauben an den Heroen, Gott. Gebt niemals irgendeinem Zweifel Raum. Dann werdet ihr ganz bestimmt erfolgreich sein. Jesus erfuhr und verkündete diese Wahrheit.

 

Die Nähe zu Gott ist der größte Reichtum

Das englische Wort „Christmas“ wurde aus der lateinischen Sprache abgeleitet. In Wahrheit fällt Weihnachten in den Monat März, nicht in den Dezember. Da es im Dezember sehr kalt ist und die Menschen an ihre Häuser gebunden sind, nutzen sie diese Zeit, um Weihnachten zu feiern. In Wirklichkeit wurde Jesus im Monat März geboren. Im Lauf der Zeit wurde diese Tatsache verdreht und in der Bibel falsch dargestellt. „Jeder Mensch hat eine andere Meinung“ („munde munde matir bhinnah“). Jeder legte die Bibel auf seine eigene Weise aus. Einige schrieben, dass Jesus niemals geboren wurde. Andere schrieben, dass es der Bruder von Jesus war, der gekreuzigt wurde und nicht Jesus, der zu dieser Zeit in Japan gewesen sein soll. All dies ist Phantasie. Jesus ist Wahrheit.

Als Jesus ein kleiner Junge war, nahmen ihn seine Eltern mit nach Jerusalem zu einem Volksfest. Nach einiger Zeit sah Mutter Maria ihren Sohn nicht mehr neben sich, sie glaubte, dass er in der Menge verloren gegangen sei und suchte ihn in Panik. Schließlich fand sie ihn in einem Tempel, wo er gespannt der Rede eines Priesters lauschte. Dieser Anblick erinnerte sie an die prophetischen Worte eines der arabischen Könige, die Jesus nach seiner Geburt besucht hatten, dass Jesus Gott lieben würde. Sie nahm ihren Sohn in die Arme und vergoß Freudentränen. Jesus sagte: „Mutter, du kannst mich in der Gesellschaft Gottes finden, aber du hast anderswo nach mir gesucht. Ich betrachte die Nähe zu Gott als meinen größten Reichtum.“

Es steckt eine tiefe Botschaft in diesen Worten. Der Mensch sucht Gott, ohne zu erkennen, dass dieser alldurchdringend ist. Er ist die Verkörperung der Liebe und kann nur durch Liebe erreicht werden. Wenn ihr erkennt, dass ihr mit Gott seid, für Gott, von Gott, dann werdet ihr Gott überall finden. Stärkt die Überzeugung, dass Gott in euch ist, mit euch, über euch, unter euch und um euch herum. Wie könnt ihr nach einem alldurchdringenden Gott suchen? Der Heilige Tyâgarâja drückte das Gleiche in einem Lied aus: „Oh Lord Râma! Wo soll ich dich suchen? Du bist meine einzigste Zuflucht. Ich kann ohne dich nicht leben“ („nenendu vedakudura Râma ...“). Mit diesen Worten sprang er in einen Fluss. Zu seiner Freude fand er im Fluss eine Figur Lord Râmas. „Oh Râma! Du bist so groß und mitfühlend; du bist stets mit mir. Diese Wahrheit nicht erkennend habe ich mein ganzes Leben in vollkommener Unwissenheit verbracht.“ Er pries Râma in vielfältiger Weise und drückte seine Gefühle in dem Lied aus: „Oh Herr! Bitte komme in meine Wohnung“ („râra mâ intidâka ...“). Nur ein glühender Anhänger des Herrn kann diese Glückseligkeit in der Einheit mit Gott verstehen und erfahren. Für einen Malariakranken schmeckt Zucker bitter. Das Problem liegt in seiner Zunge, nicht im Zucker. Genauso ist es mit einem Menschen, der in weltliche Verlangen verstrickt ist. Er kann die Süße des Göttlichen nicht erfahren. Habt die feste Überzeugung: „Gott ist in mir, mit mir, um mich, hinter mir.“ Wenn ihr so denkt, werdet ihr göttlich. Denkt niemals, dass ihr von Gott getrennt seid.

 

Vollkommene Ergebenheit gewinnt Gottes Gnade

Als ich gestern Saris an die „Botschafterinnen“ verteilte, drückten sie ihre Dankbarkeit aus, indem sie „Danke, Swami“ sagten. Ich ermahnte sie: „Dankt mir nicht. Ich bin kein Fremder. Dankt ihr eurer Mutter, die euch jeden Tag das Essen gibt? Ihr könnt einer außenstehenden Person danken, die euch einen Gefallen getan hat, aber ich bin keine außenstehende Person.“ Deshalb sagt niemals „danke“ zu Swami. Betrachtet Swami als euch selbst. Nur dann habt ihr den richtigen Zugang zu Swami. Ich wünsche für mich nichts von euch, noch sage oder tue ich irgendetwas für mich. Ich wünsche nichts außer einer Sache – eure Liebe. Selbst diese ist nicht euer Eigentum; diese ist ebenso mein Eigentum. Liebe kann durch kein Mittel verdient werden. Sie ist ein Geschenk Gottes. Schenkt Gott dieses Geschenk der Liebe. Nur dann erreicht ihr Selbsterfüllung. Dies ist eure Pflicht.

Unsere Vorfahren pflegten zu beten:

Oh Herr!
Ich biete dir mein Herz an, das nichts anderes ist als dein Geschenk.
Ich biete dir an, was du mir gegeben hast.
Was sonst kann ich dir anbieten?
Nimm freundlich meine bescheidene und flehentliche Anrufung an.

(Gedicht in Telugu)

Ein Mensch mit so edlen Gefühlen ist ein wahrer Devotee und ein Mensch mit Opfergeist. Seine Hingabe zu rühmen und andere dadurch auszuschließen, bedeutet, egoistisch zu sein. Gebt Egoismus niemals Raum. Große Devotees wie Tukârâm, Râmadâs und Tyâgarâja hatten sich schweren Schicksalsprüfungen zu stellen, bevor sie Gottes Gnade gewinnen konnten. Schwierigkeiten sind ein wesentlicher Bestandteil des Lebens großer Devotees.

Gott unterzieht seine Devotees Prüfungen, so dass ihr Glauben an ihn gefestigt werden kann und ihre Herzen gereinigt werden. Es erfordert von euch eine große Anstrengung, ein verschmutztes Gefäß zu reinigen. Schwierigkeiten haben den Sinn, das Gefäß eures Herzens zu reinigen. Als man Tyâgarâja die Figur von Râma weggenommen hatte, war er gramgebeugt. Er stellte die Göttlichkeit Râmas in Frage: „Hast du keine Macht, meine Probleme zu lösen oder mangelt es mir an Hingabe? Zweifellos habe ich die Hingabe, also hast du keine Macht.“ Auf diese Art und Weise fuhr er fort, seine Hingabe zu rühmen und im Verlaufe dessen wurde er egoistisch. Als er meditierte, erwachte in ihm die Weisheit. Er erkannte es als Torheit, an Râmas Göttlichkeit zu zweifeln. Er überlegte, wie wohl ein Affe ohne die Gnade Lord Râmas den Ozean überqueren könne? Wenn es Râma an Macht mangeln würde, würde dann Lakshmana ihn verehren oder würde dann Lakshmî, die Göttin des Wohlstandes, ihm dienen? Und würde der hochintelligente Bharata Râma seine Ehrerbietungen darbringen? „Oh Râma! Deine Macht ist ganz gewiss gewaltig. Nur aufgrund meiner Unwissenheit und Niedrigkeit habe ich an deiner Göttlichkeit gezweifelt.“ Er bat Râma um Verzeihung und überantwortete sich ihm.

Wenn ihr euer Herz reinigt und euch Gott vollkommen überantwortet, manifestiert er sich augenblicklich. Er zögert nicht einen Augenblick. Dies bewies sich auch im Falle von Râmadâs. Als Râmadâs sich dem Herrn vollständig übergab, gingen Râma und Lakshmana verkleidet zum König Tanisha und zahlten die Steuer im Namen von Râmadâs. Als sie gefragt wurden, wer sie seien, antworteten sie, dass sie Diener von Râmadâs seien. So sehen wir, dass der Herr im Falle vollkommener Überantwortung der Diener seines Devotees wird. Dies ist die Macht der Hingabe.

Auf dem Pfad der Hingabe gibt es viele Hindernisse. Manche Menschen klagen Gott in Zeiten von Schwierigkeiten an, kritisieren und tadeln ihn. Jeder hat die Folgen seiner eigenen Handlungen zu tragen. Gott bleibt unberührt. Gott ist rein, unbefleckt und heilig. Lasst die Leute alles Mögliche sagen, bleibt gelassen und ruhig. Führt keine unnötigen Debatten. Dies bringt nur Feindschaft hervor. Sprecht sanft und gefällig mit einem lächelnden Gesicht. Dies wird die Kritik zum Schweigen bringen. Lächeln ist die beste Antwort auf Kritik. Als Paulus Jesus fortwährend anklagte, ging Jesus liebevoll zu ihm und schenkte ihm ein freundliches Lächeln. Die Süße des nektargleichen Lächelns von Jesus verwandelte das giftige Herz von Paulus. Seid stets gut aufgelegt, auch in Zeiten von Not. Habt stets ein lächelndes Gesicht, niemals ein Rhizinusöl-Gesicht. „Glücklichsein ist Einheit mit Gott.“

 

Wahre Weihnachten in Prashânti Nilayam

Verkörperungen der Liebe!

Wir haben hier jedes Jahr Weihnachten gefeiert. Das wahre Weihnachtsfest wird nur in Prashânti Nilayam gefeiert, wo sich Menschen aller Religionen zusammenfinden, um es zu feiern. Üblicherweise feiern die Hindus ihre Hindu-Feste, die Moslems feiern ihre Feste, die Christen die ihren, und so weiter. Nur in Prashânti Nilayam kommen Menschen aller Religionen zusammen – Hindus, Moslems, Christen, Parsen. etc. – um Weihnachten zu feiern. Prashânti Nilay-am symbolisiert die Einheit aller Religionen. Anderswo trinken die Leute, essen nicht-vegetarisches Essen und sind ausgelassen im Namen von Weihnachten. Aber in Prashânti Nilayam wird Weihnachten in einer heiligen Atmosphäre gefeiert. Weihnachten in Prashânti Nilayam ist ein heiliger Tag, kein Ferientag (Wortspiel: holy day – holiday; A.d.Ü.).

Setzt alles in die Praxis um, was ihr hier gelernt habt, auch nachdem ihr in eure Länder zurückgekehrt seid. Stärkt die Überzeugung, Botschafter Gottes zu sein und verbreitet die göttliche Botschaft weit und breit. Dies ist eure oberste Pflicht. Es gibt keinen größeren Dienst. Strebt nach dem Wohlergehen der ganzen Weit. Die Welt ist wie ein großes Haus. Die Länder können mit seinen verschiedenen Zimmern verglichen werden. Seid nicht dieser engen Meinung, dass nur euer Land glücklich sein sollte. Seid weitgeistig. Betet für das Wohlergehen aller Nationen. Auf dieser Grundlage beteten die Alten: „Mögen alle Welten glücklich sein“ („lokasamastâh sukhino bhavantu“). Kultiviert Liebe. Dies ist wahre spirituelle Übung (sâdhana). Gestern führten die Kinder ein wunderbares Theaterstück auf, in dem die Macht der Liebe dargestellt wurde. Liebe kann sogar die schlechten Menschen verwandeln. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Schlechten verwandelt sind. Seid geduldig. Entwickelt eure Liebe mehr und mehr. Niemand kann die Göttlichkeit und Heiligkeit von Swami verstehen. Vor zwanzig Jahren, als Weihnachten zum ersten Mal in Prashânti Nilayam gefeiert wurde, sang ich folgendes Lied: „Love is my form, thruth is my breath, bliss is my food, my life is my message, expansion is my life, no reason for love, no season for love, no birth, no death ...“; Liebe ist meine Gestalt, Wahrheit ist mein Atem, Glückseligkeit ist meine Nahrung, mein Leben ist meine Botschaft, Ausdehnung ist mein Leben. Kein Anlass für Liebe, keine Saison der Liebe, keine Geburt, kein Tod.

Wenn euch jemand bittet, ihm von Sai Baba zu erzählen, dann singt dieses Lied. Es wird die gesamte Botschaft vermitteln. Sagt diesem Menschen, dass Liebe Sai Babas Gestalt ist und sein Leben seine Botschaft. Entwickelt das Gefühl von der Bruderschaft der Menschen und der Vaterschaft Gottes.

Ansprache vom 25.12.1998 – Sai Kulwant Halle
Sanathana Sarathi – Heft Januar 1999