Der, den Christus ankündigte

 

Religionen entstehen aus dem Bewußtsein guter Menschen, die alle Menschen zu guten Menschen machen möchten. Sie streben danach, das Böse zu beseitigen und die Schlechten zu heilen. Es gibt viele Religionen, da sie auf die einzelnen Menschen, ihre Aktivitäten, ihre Berufe und Rollen, ihre Charaktere und Eigenschaften ausgerichtet sein müssen. Der einzelne muß anfangen, die festgelegten Grenzen und Gesetze zu achten und dadurch Freude und Kraft zu gewinnen. Und dann wird sein geläuterter Geist (mind) die Führung übernehmen und ihn zu immer höheren Stufen führen. Dies wird für ihn und die Gesellschaft, der er angehört, von großem Nutzen sein.

Daher ist es angebracht, den Geburtstag von Jesus zu feiern, der die Rettung der Menschheit für notwendig hielt und sich für dieses Ziel einsetzte. Aber die Feier sollte darin bestehen, daß man seine Lehren befolgt, den Prinzipien treu ist, die Disziplin einhält und sich der eigenen Göttlichkeit bewußt wird, die er erwecken wollte.

Gegenwärtig berauscht man sich an bloßen Worten und klugen Tricks, die die eigenen Schwächen verdecken sollen. Die Geburtstage großer Menschen werden mit so viel Heuchelei und äußerem Pomp gefeiert. Da gibt es weder eine Deutung ihrer Botschaft noch einen Versuch, sie in die Praxis umzusetzen und dabei das Glück, das darin liegt, zu erfahren.

Die großen Lehrer gehören der ganzen Menschheit. Es ist ein Fehler anzunehmen, Jesus gehöre nur den Christen und Weihnachten sei nur für den Westen ein Heiliges Fest. Es ist ein Zeichen von Engstirnigkeit, einen von ihnen als Lehrer zu akzeptieren und die übrigen abzulehnen, weil sie den anderen gehören.

Christus, Râma, Krishna - sie gehören allen Menschen auf der ganzen Welt. Die verschiedenen Glieder und Organe bilden einen Körper, verschiedene Staaten und Gemeinschaften bilden zusammen die Welt. Die Energie der göttlichen Gnade fließt durch jeden Teil des Körpers und hilft ihm, als Einheit zu funktionieren. Die Energie der Liebe, das Geschenk der göttlichen Gnade, muß in jedem Staat, in jeder Gemeinschaft in Umlauf sein, damit die Welt in Frieden und Freude leben kann. Wenn diese Wahrheit einmal erkannt ist, wird es keine Vorstellung von trennenden Unterschieden mehr geben.

Wenn Familienmitglieder sich in den Haaren liegen, werden Ländereien und andere Besitztümer der Familie vernachlässigt und verprasst oder verloren gehen. Die Trennung eines Mitglieds von der Familie ist auch ein großer Verlust, denn die Gnade, die die Familie trägt, wird abnehmen und verloren gehen. Wenn eine Hand amputiert wird, verliert das Glied seine Funktion, und während der Amputation kommt es auch zu einem großen Blutverlust. Dasselbe gilt, wenn ein Land eine Ausnahmeposition für sich beansprucht. Die Gnade der Liebe geht verloren, es wird ein schwaches Glied der Weltgemeinschaft, das keine Funktion hat. Trennung, Unterschiede und Unterscheidung schneiden einen von der lebensspendenden Gnade ab, die jede Zelle des Körpers und jeden einzelnen in der Welt ernährt. Auch die Welt wird von derselben Gnade getragen. Ein Baum braucht für sein Wachstum Boden, Sonnenlicht und Sauerstoff. Aber mehr als diese drei braucht er das Samenkorn. Das Leben des Menschen wird von Gefühlen und Handlungen bestimmt und deren Folgen. Aber seine Existenz, sein Sein, hängt vom Willen Gottes ab. Heranwachsende Bäume mögen sich aufgrund der Natur des Bodens, der Menge des Sonnenlichts und der Bodenqualität unterscheiden.

So mögen sich auch Menschen in ihrer Ausstrahlung, die das Ergebnis ihrer Gefühle und Taten ist, unterscheiden. Aber ebenso wahr wie der Satz, daß die Samen alle gleich sind, ist die Feststellung, daß der Wille Gottes, der den Menschen schuf, derselbe ist, Einer ist, ohne irgendeinen Unterschied. Die Verschiedenheit der Formen, Gefühle, Einstellungen, Gemeinschaften und Loyalitäten resultiert aus der Haltung des Menschen, der die fundamentale Einheit im göttlichen Willen leugnet und ihr entgegenwirkt.

Die Strömung eines Flusses spiegelt den Mond in der Tiefe, desgleichen das stille Wasser eines Sees, aber der Mond steht hoch am Himmel. Der Mond auf der Wasseroberfläche des Flusses scheint in Fragmente zerbrochen, er scheint mit der Strömung schnell dahinzufließen. Der Mond im See ist ruhig, unbeweglich. Dies sind nur zwei Spiegelbilder des wirklichen Mondes am Himmel. Der Mond, der sich im Fluss spiegelt, ist die individuelle Seele, ständig in Aktivitäten verstrickt, von Maya und dem Gesetz der Kausalität verwirrt. Der Mond, der sich im stillen Wasser des Sees spiegelt, ist der Yogi, der Heilige, der Ausgeglichenheit, Gleichgewicht und inneren Frieden erreicht hat und im Einen aufgeht.

Der wirkliche Mond am Himmel ist der ewige Zeuge, das Absolute, das erste Prinzip. Christus bezog sich auf diese drei, als er einmal drei Feststellungen hintereinander machte. Im Hinblick auf die aktive, individuelle Seele, den flackernden Mond, sagte er: „Ich bin ein Bote Gottes." Im Hinblick auf sich als den Heiligen, der den Dualismus überwunden und Ausgeglichenheit erreicht hat, sagte er: „Ich bin der Sohn Gottes." Aus der Erkenntnis heraus, daß diese beiden nur Spiegelbilder sind und der wirkliche Mond der Zeuge am Himmel ist und er selber auch das form- und namenlose Absolute, sagte er gegen Ende seines Lebens:

„Ich und mein Vater sind EINS."

Alle Wesen mit den Namen und Formen, die sie scheinbar angenommen haben, sind Abbilder des universalen Atman. Das ist die Wahrheit, die in den spirituellen Texten Indiens, der Grundlage der Bhâratîya-Kultur, bewahrt, ausgearbeitet und erklärt wird. Der Kern aller Religionen und Glaubenssysteme ist also dies: das Aufgehen in dieser Einheit. Das Ziel allen spirituellen Strebens ist: das Aufgehen in dieser Einheit. Der Gegenstand aller Forschungen ist: diese Einheit zu erkennen. Aber diese offensichtliche Tatsache wird ignoriert, und man zettelt Streit an, erzeugt Angst und Unruhe für sich selbst und verübt Verbrechen, um so öffentlich die Nicht-Einheit begründen zu können, die einem so an das zersplitterte Herz gewachsen ist.

Im Laufe der Zeit hat sich der Glanz der Botschaft abgeschwächt, die von materiellen und weltlichen Dingen ausgehende Faszination hat die Menschen vom Pfad abgebracht, und die Expansion von Wissenschaft und Technologie hat sie arrogant und verbohrt gemacht. So finden die Leute gerade an den von der Religion verbotenen Dingen Gefallen und fördern das, was sie verurteilt. Alle Religionen lehren, daß man den Eltern Verehrung und Dankbarkeit entgegenbringen sollte, aber es ist jetzt Mode geworden, sie lächerlich zu machen und zu vernachlässigen. Alle Religionen legen fest, daß die alten Leute geachtet werden sollen, weil sie über ein hohes Maß an Erfahrung verfügen und ihr Rat unentbehrlich ist, aber heutzutage werden ältere und betagte Menschen wie Störenfriede und Behinderte behandelt. Alle Religionen legen größten Wert auf Wahrheit, aber jetzt wird der, der an der Wahrheit festhält, als Narr verspottet. Grausamkeit und Gewalt, die von allen Religionen verurteilt werden, sind zu Instrumenten des Fortschritts und zu Mitteln zum Erreichen erstrebenswerter Ziele aufgestiegen. Dennoch sind die grundlegenden Wahrheiten der Religion durch das böse Verhalten der Menschen und ihre eifernde Propaganda weder berührt noch beschmutzt worden.

Nur jene, die nicht bereit sind, die Botschaft in die Praxis umzusetzen, werden ihre Energien darauf verschwenden, andere Religionen zu verdammen und ihre eigene zu rühmen. Es ist tatsächlich so, daß der Drang, bei anderen den Fehler zu suchen und seine eigenen Vorzüge herauszustreichen, schwindet, wenn man aufrichtig anfängt, nach den Worten der Religion zu leben. Solche Menschen werden den Geburtstag von Religionsgründern im Geiste der Hingabe feiern, indem sie den Glauben in ihren Herzen vertiefen und die Lehren noch intensiver in die Praxis umsetzen anstatt sich leidenschaftlichen Diskussionen hinzugeben.

Wenn man den Wunsch hat, das Ziel zu erreichen, muß man dem Weg folgen, der dahin führt. Wenn ihr erfahrt, wie man Gott erreichen kann, müßt ihr seine Richtlinien beachten. Ihr braucht euch nicht die ganze Zeit mit seinem Namen und seinen Eigenschaften zu beschäftigen! Das würde euch nicht weit bringen. Aber bleibt auf dem Weg, jeder Schritt wird euch ihm näher bringen.

Wenn ihr ein Dorf erreichen müßt, müßt ihr aufstehen und euch dorthin begeben, es wird nicht aufstehen und sich zu euch begeben. Wenn ihr Gott erreichen wollt, steht auf und macht euch auf den Weg, wie er es euch angewiesen hat. Nur so wird euer Leben lebenswert.

Jesus lehrte, wie man seine spirituelle Entwicklung mit ganz einfachen, praktischen Übungen voranbringen kann, zum Wohle der Menschheit. Er demonstrierte göttliche Macht, um den Glauben an die Gültigkeit seiner Lehre zu erwecken. Er zeigte den Weg, der den Menschen den süßen Nektar der Glückseligkeit (ânanda) schenken kann. Er ermahnte die Menschen durch Lehre und Beispiel, die Tugenden der Barmherzigkeit, des Mitgefühls, der Geduld, der Liebe und des Glaubens zu pflegen. Diese sind keine abgetrennten und besonderen Eigenschaften, es sind nur die vielen Facetten des Göttlichen im Menschen, die er zu erkennen und zu entwickeln hat.

Die Menschen reden vom Opfer Christi und weisen auf die Kreuzigung hin. Aber er wurde umzingelt und gefesselt und von der Menge, die ihn gefangen nahm, mit einer Dornenkrone gekrönt und später von seinen Häschern ans Kreuz genagelt. Wer von der Polizei gebunden und geschlagen wird, kann nicht sagen, er habe irgendetwas geopfert, denn er ist kein freier Mann. Laßt uns unsere Aufmerksamkeit auf das Opfer lenken, das Jesus als freier Mensch aus freien Stücken brachte. Er opferte sein Glück, Wohlergehen, seine Bequemlichkeit, Sicherheit und Stellung. Er forderte die Feindschaft der Mächtigen heraus. Er weigerte sich, nachzugeben oder Kompromisse zu schließen. Er befreite sich von seinem Ego, was eine der schwierigsten Aufgaben überhaupt ist. Ehrt ihn dafür. Er opferte bereitwillig die Wünsche, mit denen der Körper den Menschen bedrängt. Dieses Opfer ist größer als das Opfer des Körpers unter Zwang.

Zur Feier seines Geburtstages solltet ihr mindestens ein oder zwei Wünsche opfern und wenigstens die gefährlichsten Neigungen des Ego besiegen.

Unter den Anhängern Jesu kam es aufgrund verschiedener Punkte zu Spaltungen, aber das Leben Christi stellt die Einheit in den Mittelpunkt der Lehre. Als Jesus am Kreuz hing, überfielen ihn böse Gefühle gegenüber seinen Peinigern. Plötzlich hörte er eine Stimme, die ihn ermahnte: „Alles Leben ist Eins, mein lieber Sohn! Verhalte dich allen gegenüber gleich!" Dann folgte eine weitere Mahnung: „Der Tod ist das Kleid des Lebens." So wie man die abgetragenen Kleider abwirft und neue anzieht, so zieht die Seele Körper an und aus. Daher wurde Jesus vor Haß und bösen Gefühlen gewarnt und auch vor Klagen, die ein Erbteil der Menschen sind.

Das Leben solcher Persönlichkeiten dient dem Zweck, das Wohl der Menschheit, Wohlstand und Frieden auf der Welt wiederherzustellen und die Befreiung des einzelnen von Bindung an sinnliche Begierden und Leidenschaften. Dies wird durch das Auftauchen seltsamer Phänomene bei deren Erscheinen auf der Erde illustriert. Man glaubt, daß solche Zeichen bei der Geburt Christi aufgetreten sind. Der Statthalter der Provinz hatte eine Volkszählung angeordnet, und jeder mußte in seinem eigenen Dorf gezählt werden. So waren Maria und ihr Ehemann auf dem Weg zu dessen Geburtsort. Maria war schwanger, die Wehen setzten ein, nachdem sie die halbe Strecke zurückgelegt hatten. Sie kannten niemanden in dem Dorf, durch das sie gerade gingen, also suchten sie in einem Kuhstall Unterschlupf. Josef sorgte für einen Platz zwischen den Kühen und ging um Mitternacht hinaus, um eine Frau als Helferin zu finden. Aber bald hörte er das Schreien des Kindes. Und die Legende berichtet, ein Stern sei am Himmel gestanden und hell aufleuchtend heruntergefallen und dies habe ein paar Tibeter und andere zu dem Ort geführt, wo der Heiland geboren war. Viele glauben diese Legende, obwohl Sterne nicht so plötzlich herunterfallen oder -gleiten. Eigentlich sagt der Bericht, daß es einen riesigen Lichtschein am Himmel gab über dem Ort, wo Christus geboren war. Das bedeutete, daß Er, der das Dunkel von Bosheit und Unwissenheit überwinden sollte, geboren war, daß Er das Licht der Liebe in die Herzen der Menschen und der Ratgeber der Menschheit senken würde.

Solche Lichterscheinungen und andere Phänomene zur Ankündigung der anbrechenden Ära sind natürlich, wenn diese Inkarnationen auf der Erde stattfinden.

Jesu Aufgabe war es, die Dunkelheit, die die Erde einhüllte, zu zerreißen, und die Lichtaura war ein Zeichen, das dieses Ereignis ankündigte. Die Meister erscheinen als Antwort auf das Gebet der Menschen: „Tamaso mâ jyotir gamaya - führe uns aus der Dunkelheit ins Licht"!

Wenn jeder seine Pflicht im Geiste der Hingabe erfüllt, kann das Licht alle erleuchten, aber wie kann die Dunkelheit verschwinden, wenn die Türen des Herzens vor dem Licht verschlossen sind? Ihr könnt euch nicht zurücklehnen und erwarten, die göttliche Inkarnation werde euch schon Frieden und Freude bringen.

Die Inkarnation kommt, um zu warnen, zu führen, zu wecken, den Weg aufzuzeigen und das Licht der Liebe darauf zu lenken. Aber der Mensch muß zuhören, lernen und mit Hoffnung und Vertrauen gehorchen. In einem alten Märchen streiten sich Weisheit und Reichtum laut und lange über ihre relative Wichtigkeit. Reichtum behauptete, ohne ihn würde der Körper schwach, das Denken verschwommen und Weisheit ein Irrlicht sein. Weisheit erwiderte, ohne sie sei der Mensch unfähig, Reichtum von Armut zu unterscheiden, und wisse nicht, wie man ihn erwerben und gebrauchen solle. Die Seele versuchte, den Streit zu schlichten, indem sie sagte, daß sie beide gleich wichtig seien, aber nur bei richtigem Gebrauch. Reichtum ohne Weisheit wird ein Instrument der Ausbeutung und Tyrannei, Weisheit ohne Reichtum ist nichts als Phantasie und ein Bündel von Entwürfen. Richtiger Gebrauch macht sie wertvoll, Mißbrauch macht sie gefährlich. Es ist wie beim Messer, das in den Händen eines Verrückten zum Mordinstrument wird und in den Händen eines Chirurgen einem Menschen das Leben rettet! Gebraucht ihr den Reichtum, um Gutes zu tun? Ist eure Weisheit anderen von Nutzen? Das ist die Frage. Faßt den Entschluß heute am Weihnachtstag, da wir die Geburt Christi feiern, ein Leben der Liebe zu führen und den Schwachen, Hilflosen, Verzweifelten und Mutlosen zu dienen. Kultiviert Toleranz und Geduld, Barmherzigkeit und Großmut. Haltet die Ideale hoch, die er verkündete, und praktiziert sie im Alltag.

Die Art und Weise, wie Weihnachten gegenwärtig gefeiert wird, zeigt, wie weit sich die Menschen von diesen Idealen entfernt haben und wie sehr sie seinen Namen schmähen! Die Stunde um Mitternacht gilt als heilig, man sorgt für Lichterschmuck, der Weihnachtsbaum wird aufgestellt, und dann verbringt man die Nacht mit Trinken und Tanzen. Es ist ein Tag heiliger Glückseligkeit (ânanda), aber das Glück wird auf die giftige Erregung eines Rausches reduziert!

Trinken ist eine so schädliche Angewohnheit, daß der Mensch, wenn er zur Flasche greift, selber in die Flasche gerät und nicht fliehen kann! Zuerst trinkt der Mensch Wein, dann trinkt der Wein mehr Wein, und schließlich trinkt der Wein den Menschen! Er sinkt und ertrinkt im Trinken. Alkohol zerstört das Menschliche im Menschen! Wie kann er dann das Göttliche in sich entwickeln?

Man sollte aus göttlicher Glückseligkeit tanzen, stattdessen gibt man sich dem Tanz als sinnlichem Vergnügen hin, wahrlich ein unheilvoller Ersatz! Macht eure Herzen rein, euer Tun heilig, und bringt allen liebevolle Gefühle entgegen.

So könnt ihr den Geburtstag Christi am besten feiern.

Es gibt einen Punkt, auf den ich heute eure besondere Aufmerksamkeit lenken muß. In dem Augenblick, als Jesus in der Fülle seiner Göttlichkeit in Erscheinung trat, gab er seinen Anhängern ein paar Hinweise, die von Kommentatoren und von jenen, die eifrig einen Bericht auf den anderen und eine Meinung auf die andere häufen, bis am Ende ein Riesendurcheinander entstanden ist, auf verschiedene Weise interpretiert worden sind. Die Aussage selbst ist manipuliert und verfälscht worden. Was Christus gesagt hat, ist einfach: „Der, der mich zu euch gesandt hat, wird wiederkommen!"

Dabei zeigte er auf ein Lamm. Das Lamm ist nur ein Symbol, ein Zeichen. Es steht für die Laute "- ba - ba". Das war die Ankündigung von Babas Erscheinen. „Sein Name wird Wahrheit sein", sagte Christus. Sathya heißt Wahrheit. „Er wird ein rotes Gewand tragen, ein blutrotes Gewand." (Hier zeigte Baba auf das Kleid, das er trug). „Er wird klein sein und eine Krone - aus Haaren - tragen." Das Lamm ist das Zeichen und Symbol der Liebe. Christus hat nicht gesagt, er werde wiederkommen, er sagte vielmehr: „Der, der mich erschaffen hat, wird wiederkommen." Jener Ba-Ba ist dieser Baba, und Sai, der kleine, kraushaargekrönte, rotgewandete Baba ist gekommen. Er lebt nicht nur in dieser Form, sondern in jedem von euch, als Bewohner eures Herzens. Er ist da, klein, in einem Gewand, das die Farbe des Herzbluts hat.

Die großen Axiome der indischen Kultur, die in den Veden niedergelegt sind „Îshvara sarvabhûtânâm, îshâvâsyam idam sarvam, vâsudevah sarvam iti - Gott lebt im Herzen aller Wesen, dies alles ist umhüllt von Gott, dies alles ist Gott", müssen in jedem lebendig sein. Dies ist das tiefe Geheimnis der Inkarnation. Gott inkarniert sich in allen! Alle sind eins, der Eine ist alle.

 

Es gibt nur einen Gott, er ist allgegenwärtig.

Es gibt nur eine Religion, die Religion der Liebe.

Es gibt nur eine Kaste, die Kaste der Menschheit.

Es gibt nur eine Sprache, die Sprache des Herzens.

 

Sathya Sai Baba
Prashânti Nilayam, 24.12.1972