Es gibt keinen Gott außer der Liebe

Weihnachten, 25.12.1997

 

 

Glaube, Mut, Tapferkeit, Klugheit, Kraft und Edelmut -

wo diese sechs wohnen, da ist das dienende Helfen (sevâ),

da ist Gott (deva) am Wirken.

 

Verkörperungen der göttlichen Liebe!

Wer Glauben, Mut, Tapferkeit, Klugheit, Kraft und Edelmut besitzt, der wird stets Unterstützung und Ermunterung durch Gott erfahren. Gott ist bei ihm. Diese sechs Tugenden sind jederzeit und überall, in jedem Zeitalter und jedem Bereich unbedingt notwendig. Ein Mensch mit diesen sechs Tugenden wird niemals Angst und Sorgen haben. Diese edlen Eigenschaften werden nicht mit der Schulbildung vermittelt. Kein Lehrer, kein Meister kann sie mit seiner Lehre verleihen. Sie können auch nicht von den Eltern ererbt werden. Sie werden aus dem Selbstvertrauen, aus dem Glauben an das Selbst ( âtma-vishvasa) geboren.

Als erstes kommt der Glaube. Aus unserem täglichen Leben ist uns das Postwesen vertraut. Wenn wir einen Brief mit der richtigen Adresse und Briefmarke zur Post geben, wird er sein Ziel erreichen, egal ob er in die Straße um die nächste Ecke geht oder nach Delhi oder Kalkutta. Für die richtige Adresse und Briefmarke gibt es keinen Unterschied zwischen nah und fern. Ebenso macht Gott keinen Unterschied zwischen 'nahen' oder 'fernen' Menschen. Wir müssen nur die Adresse unseres Glaubens richtig angeben.

Was für ein Glaube ist gemeint?

Fester, unerschütterlicher Glaube! Vollkommener Glaube, volles Vertrauen. Glaube, der Zweifel keinen Raum läßt. Diese Glaubensadresse müssen wir ganz deutlich hinschreiben. Wir müssen auch die Briefmarke der Liebe von ganzem Herzen aufkleben. Selbstlose Liebe ist die Briefmarke. Wenn ihr die Briefmarke eigensüchtiger Liebe aufklebt, ist sie ungültig. Nehmt nur die Marke der selbstlosen Liebe. Euer Gebet wird Gott mit Sicherheit erreichen, wenn es die Adresse festen Glaubens und die Briefmarke vollkommener Liebe trägt.

Solch vollkommener, unerschütterlicher Glaube ist schwer zu finden. Glaube an das eigene Selbst liegt uns fern. Wie kann man von jemandem, der nicht einmal sich selbst vertraut, Vertrauen in Gott erwarten? Wie kann man erwarten, daß jemand, der sich selbst keine drei Tage lang traut, Vertrauen in Gott entwickelt?

Menschen mit schwachem Glauben kann Gott nicht die Erfahrung der Fülle und Vollkommenheit schenken. Darum sollte jeder volles Gottvertrauen besitzen. In allen Bereichen unseres Lebens und Handelns ist Vertrauen notwendig. Wir gehen morgens ins Büro. Wir gehen im vollen Vertrauen darauf, daß wir abends wieder heil nach Hause kommen; sonst würden wir gar nicht erst gehen.

Wir beginnen doch keine Aufgabe, kein Vorhaben, wenn wir nicht darauf vertrauen, daß wir es schaffen und zuende führen können. Das Wichtigste im Leben sind also Glaube und Vertrauen.

Die Weisen (rishis) alter Zeiten hatten Erfolg, weil sie diesen Glauben besaßen. Alles was sie unternahmen, taten sie in vollkommenem Vertrauen. Es gibt nichts auf dieser Welt, das nicht durch diesen Glauben erreicht und bewältigt werden könnte! Weil die Heiligen früherer Zeiten alles durch ihren vollkommenen Glauben erreichten, tragen wir ihre Namen heute noch in unseren Herzen, obwohl tausende von Jahren vergangen sind.

Durch den Einfluß des Geistes des Kali-Zeitalters ändert sich der Glaube des Menschen von einem Augenblick zum anderen. Was wir jetzt glauben, glauben wir im nächsten Moment nicht mehr. Was wir jetzt bejahen, verneinen wir gleich darauf. 'Ja' und 'nein' haben mit unserer Zunge zu tun, aber bei Gott ist alles 'ja - ja - ja'. Nein und ja kommen von der Zunge, das Herz aber hat in sich den vollkommenen Glauben.

Die Geburt des Menschen auf Erden vollzog sich vor hunderttausenden von Jahren. So viele Jahrtausende sind vergangen, dennoch hat es der Mensch bis heute noch nicht geschafft, die menschlichen Werte zu erkennen. Vor langer Zeit wurden wir geboren - was ist nun unser Wert? Darauf haben wir keine Antwort. Was wollt ihr in diesem Leben als Mensch erreichen? Wir lesen viele Bücher, wir hören uns Lehrreiches an und wir sehen auch viele Filme. Wir gehen durch allerhand Schwierigkeiten, Mühsal, Sorgen und Ängste. Trotz all dieser vielfältigen Erfahrungen gelingt es uns nicht, den Glauben zu festigen. Wenn tatsächlich tiefes Vertrauen vorhanden ist, äußert es sich als Bewußtsein der Einheit.

Der Veda lehrt, daß das ganze Universum eine einzige Familie ist. „Brihat karam" Erschaffung der Weite heißt es. Brihat bedeutet Gottesbewußtsein (brahmatattva). „Brih", die Weite, die Ausdehnung, die Ausbreitung, wurde aus dem Absoluten geboren. Es hat keinerlei Begrenzungen. Das Gottesbewußtsein ist grenzenlos. Die Menschheit gehört einer einzigen Familie an. Tatsächlich umfaßt diese Lebensfamilie des Universums die Menschheit, alle Tiere, Vögel, Insekten und Pflanzen. Auch die Bäume! (Sie wurden von Baba noch einmal extra betont, da der Simultanübersetzer sie nicht erwähnte, A.d.Ü.). All diese Lebewesen gehören derselben Familie des Lebens an.

Der Mensch wächst wie ein Baum. Wir können auch Züge der Insekten im Menschen entdecken. Ebenso erfährt der Mensch in seiner Entwicklung das Wesen der Vögel und der Säugetiere. Mit jeder Lebensform fühlt der Mensch Ähnlichkeit.

Ihr wißt, daß Ganapati (Ganesha) zwei Mütter hat: Gaurî und Gangâ. Jeder Mensch hat aber vier Mütter. Wir finden es merkwürdig, daß Ganapati zwei Mütter hat, dabei hat jeder Mensch vier Mütter. Die erste Mutter ist die Wahrheit (satya). Die zweite Mutter ist die Rechtschaffenheit (dharma), die dritte Mutter ist die Liebe (prema) und die vierte Mutter der Friede (shanti). Man soll so leben, daß man allen vier Müttern Genüge leistet. Der Mensch hat vergessen, daß er ein Kind dieser vier heiligen, unsterblichen Mütter ist. Stattdessen denkt er, daß er zu vier anderen gehört. Wer sind die vier, die er sich ausgesucht hat? Seine künstlichen Mütter sind Ungerechtigkeit, Unordnung, unangemessenes Verhalten und Unwahrheit (anyaya, akrama, anachara, asatya). Darum leidet der Mensch unter all diesen Schwierigkeiten.

Der Mensch muß seine Verbindung mit den heiligen Müttern Liebe und Rechtschaffenheit herstellen. Stattdessen tut er sich aber mit den von ihm erwählten Müttern Unordnung, Unwahrheit und Ungerechtigkeit zusammen. Er hat das Zusammenleben mit seinen natürlichen Müttern aufgegeben und folgt künstlichen Müttern; darum ist ihm alle Heiligkeit und Göttlichkeit abhanden gekommen.

Râma sprach dazumal: „Meine eigene Mutter, die mich geboren hat, ist mein Land, es ist mein ganzes Hab und Gut."

Der Mensch von heute vergeudet sein Leben, weil er kein Vertrauen in seine natürliche Mutter hat; er folgt den von ihm „adoptierten" Müttern. Der Mensch sollte die Mutter Wahrheit lieben, die Mutter Rechtschaffenheit, die Mutter Frieden und die Mutter Liebe. Niemals, unter keinen Umständen und aus keinem Grunde dürft ihr diese Mütter leiden lassen. Sobald die Mutter leidet, könnt ihr nicht glücklich und in Frieden leben.

Darum wurde zu alten Zeiten ausdrücklich gelehrt: „In dem Haus, in dem die Träne einer Frau auf den Boden fällt, werden Wohlstand und Frieden nicht bleiben."

Gott hat von Anbeginn wundersame Dinge im Menschen erschaffen. Es gibt sechs edle Tugenden, denen sechs Schwächen, Untugenden, folgen. Die ersteren wurden bereits erwähnt: Glaube, Mut, Tapferkeit, Klugheit, Kraft und Edelmut. Diesen Tugenden entgegengesetzt sind Begierde, Zorn, Habsucht, Verblendung, Stolz und Egoismus (kâma, krodha, lobha, moha, mada, matsara). Diese sechs wohnen der Schöpfung inne. Der menschliche Geist (manas) ist der Meister dieser sechs. Der Mensch unternimmt alles mögliche, um Herr über seinen Geist zu werden. Alle Bemühungen, ihn unter Kontrolle zu bringen, sind fruchtlos.

Warum? Er weiß nicht um die richtige Methode, des Geistes (mind) Herr zu werden. Daher läuft er dem Geist nach und unterwirft sich ihm auf diese Weise. Wir sollten alles daransetzen, um herauszufinden, welches Verhalten, welche Maßnahmen wann und unter welchen Umständen anzuwenden sind.

Die einzigen Eigenschaften des Menschen scheinen heutzutage Ärger, Haß und Neid zu sein. Diese drei Charakterzüge verwandeln den Geist des Menschen in Gift. Darum ist das menschliche Gemüt in höchstem Grade verschmutzt und vergiftet. Wenn das Gemüt vergiftet ist, wird alles Tun des Menschen giftig. Jedes Unterfangen, jegliche Arbeit wird zu Gift. Alles, was gesagt wird, ist voller Gift. Jede Handlung, zu der dieses Gemüt den Impuls gibt, wird von Gift durchsetzt. Daher kommt es, daß das Tun aller Handlungsorgane höchst giftig ist. Um alle schlechten Gedanken loszuwerden, müssen wir unsere Herzen mit Liebe füllen. Wenn das Gemüt voll Liebe ist, wird alles Tun und Handeln liebevoll sein.

Der Mensch von heute weiß nicht, was Liebe ist. Er denkt, daß das, was er am liebsten hat, Liebe ist. Daß sein Begehren Liebe ist. Daß das, was ihm gefällt, Liebe ist. Das ist nicht Liebe (prema). Liebe kennt keine Vorlieben. Liebe kennt kein Begehren. Liebe ist selbstlos. Sie erwartet keine Belohnung. Diese Liebe ist weit und breitet sich aus. Sie kennt weder Freund noch Feind. Der Mensch hat vergessen, was Liebe ist. Er setzt seinen ganzen Glauben in die Eigensucht. Er läßt sich von dem Gefühl leiten, Egoismus sei Liebe. Diesem Gefühl folgt er. Das ist weltliche Liebe. Sie hat mit spiritueller Liebe nichts zu tun. Die spirituelle Liebe ist unbegrenzt. Sie haßt niemanden. Darum kann sie alles durchdringen und sich überall ausbreiten. Darum muß die Liebe dort Einzug halten, wo die sechs Urfeinde Begierde, Zorn usw. wohnen. Wir müssen die Liebe überall zulassen, ihr jeden Platz geben. Das ist die wahre Grundlage der Göttlichkeit.

Viele meinen, wenn der Mensch zur Verkörperung des Göttlichen werden wolle, wenn er Gottsein erfahren will, müsse er das Menschsein tanszendieren. Der Mensch ist aber im Besitz dieser Liebe. Die Liebe ist seine Natur, sie ist ihm angeboren. Diese Liebe ist sein Eigentum. Diese Liebe ist also weder transzendental, noch ist sie etwas, das man sich aneignen müßte. Wir aber leiten diese Liebe in verkehrte Bahnen, wenden sie auf mannigfache Weise falsch an. Der Fehler liegt in der Anwendung in der falschen Richtung, nicht in der Liebe selbst. Auch Wut kann in vollkommene Liebe umgewandelt werden. Um dies zu erreichen, muß das Herz voll Liebe sein. Wenn das Herz mit Liebe angefüllt ist, ist alles liebevoll.

Der menschliche Geist ist unstet. Der Mensch leidet unter Problemen und Schwierigkeiten, weil der Geist unbeständig ist. Bei der Geburt nimmt der Mensch die seinem Denken entsprechende Form an. Darum nimmt er menschliche Gestalt an: um seine Gedanken in Praxis zu erleben. Der Veda nennt es „manuja" (menschgeboren, vom Menschen stammend). Der Mensch nimmt diesen Menschenkörper an, um sich alle Wünsche, die er hatte, zu erfüllen. Darum sollte man nur Erhabenes, nur das Beste ersehnen.

Welches Ideal gilt für unser Leben? Was würde uns wertvoll für die Gesellschaft machen? Was ist das beste für die Welt? In diese Richtung müssen wir nachforschen und so die besten Gedanken entwickeln. Nicht alle Gedanken, die das Gemüt hegt, sollten in die Tat umgesetzt werden, denn der menschliche Körper manifestiert sich, um mit diesen Taten Erfahrungen zu machen. Es heißt: „Der Körper wird gegeben, um gewisse gute Taten auszuführen und die Pflicht (dharma) des Menschen zu erfahren und zu erfüllen." Das ist nicht richtig! Der Körper ist zum Dienen da. Mit diesem Körper sollt ihr, indem ihr eure eigenen Pflichten erfüllt, auch anderen helfend dienen. Wir müssen in dieser Welt viel Gutes für andere tun und anderen helfen.

Wir können drei Arten von Devotees finden. Die erste Art tut, was sie für richtig hält, weiß aber nicht um die eigene innere Kraft. Die zweite Art kennt nur Gott und erwartet sonst nichts. Die Gläubigen der dritten Kategorie beten Gott als Verkörperung der Wahrheit an. Sie tun alles mögliche für ihn (Gottesdienst, Gelübde usw.) und erwarten, daß er dafür ihre Wünsche erfüllt.

„Unser Herz ist (nicht verständliches Wort). Die Zierde der Hand ist die mildtätige Gabe." Seht, wenn Herz und Hand sich zusammentun, entsteht Wohltätigkeit. „Die Zier der Kehle ist die Wahrheit, der Schmuck der Ohren ist der heilige Veda." Was nützen uns alle anderen Juwelen der Welt? Die Hand ist reichlich mit Schmuck versehen. Was soll das? Der wahre Schmuck der Hand ist das Geben. Was schmückt den Hals? Die Wahrheit ist sein Schmuck. Was ist Schmuck für die Ohren? Nicht edelsteinbesetzte Ohrringe; nein Heiliges zu hören ist ihre Zier. Was brauchen wir noch, wenn wir solch wertvolle Schmuckstücke haben?

Darum ist das, was sich der Mensch heute wünschen soll ... (unverständlich).

Alles ist schon in ihm angelegt; das ganze Universum liegt im Herzen des Menschen. Es ist dumm, geradezu verrückt zu denken, wir könnten in dieser Welt irgend etwas wahrnehmen, das nicht schon längst im Herzen des Menschen vorhanden wäre. Das ganze Universum existiert im Menschenherzen. Du selbst bist die Verkörperung des gesamten Universums. Du selbst bist der Herr und Meister, der Schöpfer des Menschen (virat-svarûpa). (A. d. Ü.: Im Rigveda heißt es, daß Brahma, der Schöpfergott, sich in männliche und weibliche Form aufteilte).

Aus der weiblichen Form entstand viraj, aus viraj der erste Mensch (manu, virat-svarûpa).

Wieso? Da ist eine Anziehungskraft. „Ramiti iti ramah, rama" heißt es. Die Anziehungskraft ist Râma eigen, sie liegt in dem, was Freude macht. Fragt irgendein Kind: Wovon wird Eisen angezogen? Das Kind wird antworten: Vom Magneten. Wir denken, daß nur der Magnet die Eisenstücke anzieht. Wir sagen Magnet, Magnet. Das ist es aber nicht. Unser Leben ist Magnetismus. Wir ziehen unser Kind zu uns heran. Worin liegt diese Anziehungskraft?

Der Grund ist nur die Liebe zu diesem Kind.

Die Biene kommt und besucht die Blüte. Warum will die Biene zu dieser Blume, wovon wird sie angezogen? Der Nektar in der Blüte ist die Hauptursache dafür. Was ist dieser Nektar? Es ist die Liebe. Durch den Nektar der Liebe wird alles angezogen. Wenn die Biene Anziehungskraft auf die Blüten ausübt, wird dann nicht die Biene zum Magneten? Die Bienen sind Magneten und ebenso die Blumen. Die Ehefrau wirkt anziehend auf ihren Mann, der Mann auf die Frau - sie sind beide Magneten. Das Kind liebt die Mutter, die Mutter das Kind, das ist Magnetismus. Überall können wir sehen, daß die Dinge einander anziehen.

Die ganze Welt ist die Verkörperung eines Magneten. Aus diesem Magneten wird Elektrizität erzeugt. Der Strom erzeugt Licht. Der menschliche Körper ist wie ein Generator, der Strom erzeugt. Ein Körper ist eine Art Generator, der Strom erzeugt. Aus den Augen leuchtet die elektrische Kraft. In jedem Aspekt ist das Wesen des Menschen vorhanden. So ist der Kosmos die Verkörperung des Menschen.

In jedem Atom, in jeder Zelle ist Göttlichkeit. Die Wissenschaftler sagen, daß die Materie eine Kombination von Atomen sei. Die Wissenschaftler nennen es Atom. Sie sagen, alles sei voller Atome, aber der Vedânta sagt, alles bestehe aus âtman. Es gibt keine Stelle, wo kein âtman vorhanden ist; es gibt keine Stelle, wo kein Atom ist. Im Atom liegt also die göttliche Kraft. Das ist die göttliche Energie. „Es ist kleiner als das Atom, es ist größer als das Größte." Man kann nicht das eine annehmen und das andere abstreiten. In jedem Atom, in jeder Zelle ist göttliche Energie.

Der Mensch denkt, das was er sieht, sei real und der Rest unwirklich. Das ist ein großer Irrtum. Tatsächlich liegt die Grundlage in den verborgenen Dingen, die wir mit den Augen nicht wahrnehmen. Ihr seht einen Mann. Er ist 1,50m groß. Seine Hautfarbe ist braun und er hat keine Haare. Diese körperliche Gestalt haltet ihr für die Wirklichkeit. Ihr denkt, der physische Körper sei die Wahrheit. Darüber hinaus sind aber viele verborgene Kräfte da. Er besitzt Mitleid, Opfermut, Liebe und er hat göttliche Gedanken. Ihr seht sie nicht. Könnt ihr deswegen behaupten, sie seien nicht vorhanden? All diese Dinge sind da, aber ihr seht sie nicht. „Das was verborgen ist, was das Auge nicht sieht, gibt euch die Früchte eures Tuns zu kosten, das ist das Geheimnis, oh Seele!"

Hier ist eine Blume. Sie duftet, aber ihr Duft hat keine Gestalt. Seht ihr irgendeine Form des Duftes? Sie ist da! Es ist die Blüte. Sie ist die Ursache des Duftes. Ohne Blüte ist kein Geruch da. Ihr sagt, die Liebe habe keine Form. Doch, es gibt eine. Die Mutter ist die wahre Verkörperung der Liebe. So gibt es für alles eine bestimmte Gestalt. Das Argument derer, die ins Dunkel der Unwissenheit eingehüllt sind, lautet, daß sie nicht an Dinge ohne materielle Form glauben.

Alles ist aber im Formlosen enthalten. In dieser Welt ist nichts Gestaltloses sichtbar. Die Gestalt liegt im Unsichtbaren. Um das Göttliche zu begreifen, muß der Mensch vollkommenen Glauben an den Mikrokosmos und den Makrokosmos haben.

Zu Jesu Lebzeit wurde auch viel diskutiert. Jesus litt unter diesem Argumentieren. Er war bereit, jeder Schwierigkeit zu begegnen. Er war auf jede Konsequenz vorbereitet. Die Wahrheit, an der er festhielt, war für ihn das Wichtigste. Er wollte Mitgefühl mit allen teilen. „Das Mitleid muß sich auf alle erstrecken. Ich möchte Liebe für alle", das war die Lehre Jesu. Die Essenz aller Religionen ist dieselbe, aber nicht alle erkennen diese Wahrheit. Wir sagen: „Meine Religion und deine Religion." So schaffen wir Unterschiede und streiten miteinander.

In einem Brunnen wohnte seit vielen Jahren ein Frosch. Irgendwie, aus irgendeinem Grund geschah es, daß durch eine Flutwelle ein Frosch aus dem Meer in diesen Brunnen gespült wurde. Was fühlte der Meerfrosch als er den Brunnen sah? „So lange lebte ich im großen, unendlichen Brunnen! Dieser Brunnen ist aber klein und eng!" Das fühlte er. Für den Frosch, der im Brunnen lebte, war aber dieser Brunnen das Meer. Er war so glücklich, daß er in seinem Brunnen hierhin und dorthin und rundherum hüpfen konnte. Für den Frosch aus dem Meer ist der Brunnen klein, dem Brunnenfrosch erscheint er groß.

Die Hindus halten den kleinen Brunnen ihrer Religion für groß und sind äußerst stolz darauf. Ebenso halten die Christen voller Stolz den Brunnen des Christentums für riesengroß. Auch die Moslems leben in einem Brunnen und denken, er sei groß. So leben auch die Parsen, die Anhänger Zarathustras, in einem kleinen Brunnen, den sie für groß halten. Genauso denken die Sikhs, ihr Brunnen sei riesig. Auch die Jains und die Buddhisten sind wie die Frösche im Brunnen. Das sind keine echten Grenzen. Die unendliche Kraft (shakti), die Grenzenlosigkeit, ist die einzig wirkliche Begrenzung. Ein Leben im Brunnen ist nicht genug für uns.

Hierzu gibt es in Indien eine Geschichte: Ein Mann brachte fünf Blinde zusammen. Er wollte, daß diese fünf Blinden einen Elefanten kennenlernten. Der erste befühlte ein Bein des Elefanten. „Aha," dachte er, „der Elefant ist wie eine Säule, das ist seine Form." Ein anderer berührte den Bauch des Elefanten. Der Bauch ist riesig und der Mann ist blind. Er meint, der Elefant hätte die Gestalt einer Mauer. Der nächste faßt ein Ohr an und sagt, der Elefant sei wie ein..........(A.d.Ü.: eine lange Pause entsteht, der Übersetzer Anil Kumar kennt das englische Wort nicht und fragt nach. Swami sagt schließlich: „Sag Handfächer!" Gemeint war eine Kornschwinge, ein flacher geflochtener Korb von typischer Form, der in jedem südindischen Haushalt zu finden ist. Die Hausfrau trennt damit durch Schütteln und Hochwerfen die Spreu vom Reiskorn). Der letzte der Blinden ging zum Elefanten und bekam den kleinen Schwanz zu fassen. Er dachte: "Das ist eine Schlange, der Elefant ist eine Schlange!" Jeder der Blinden sah nur einen Teil und das stimmte für sich, es war Wahrheit. Aber ein Teil ist noch nicht der ganze Elefant. Alle Teile zusammen machen den Elefanten aus. Die Synthese aller Religionen ist wahrer Glaube.

Das Ziel all dieser Religionen ist dasselbe. Wir sollten uns nicht zugrunde richten, indem wir diesen nichtigen Unterschieden so viel Bedeutung beimessen. Wir kümmern uns nur um Begrenztes, aber Gott ist grenzenlos. Wir brauchen vollkommenen Glauben an diese unbegrenzte Göttlichkeit. Die Art des Gottesdienstes ist in allen Religionen verschieden, aber alle Religionen befürworten ein würdiges Leben und vermitteln gute Lehren.

Jesus und andere sind ehrwürdige Seelen. Wir müssen ihnen Ehre erweisen und ihnen den rechten Platz einräumen. Jesus war ein sehr großer Mensch, ein idealer Mensch. Er opferte seinen Körper für andere. Aber heute befolgt niemand seine Lehren. Wir feiern heute Weihnachten, den Geburtstag Jesu mit großer Festlichkeit und fröhlichem Abendessen. Das ist nicht gerade das, was wir tun sollten. Wir müssen diese tiefen, unendlichen Lehren in die Tat umsetzen.

Zuerst sagte Jesus: „Ich bin ein Bote Gottes." Jeder Mensch ist ein Gottesbote.

Jeder sollte denken: „Ich bin ein Bote Gottes, darum muß ich die göttliche Lehre verbreiten." Dies ist die Aufgabe des Boten. Die zweite Aussage ist: „Ich bin Gottes Sohn." Ich bin Gottes Sohn, darum muß ich göttliche Eigenschaften haben. Ich will göttliche Tugenden fördern und besitzen. Schließlich sagte er: „Ich und mein Vater sind eins." Dieses Einheitsbewußtsein sollten wir zeigen. Die Einheit ist wichtig, nicht die Vielfalt. Die Lehre wird aber nur mit Worten verbreitet und nicht wirklich in die Praxis umgesetzt.

Liebe - Liebe - Liebe. Bei jeder Zusammenkunft, in jeder Rede spreche ich von der Liebe. Aber wieviele haben Interesse an dieser Liebe? Wie viele können dieses Liebesbewußtsein verstehen? Wer hat wirklich Liebe? Niemand hier. Wo Liebe ist, gibt es keinen Haß. Seid auf niemanden neidisch oder eifersüchtig.

Sobald schlechte Eigenschaften da sind, bedeutet das, daß keine Liebe da ist und ihr euch selbst zerstört. Es gibt nur ein Herz. Es ist kein 'Reise-nach-Jerusalem'-Spiel. Kein Doppelsitzer. Es ist kein Platz für zwei da. Wenn Liebe in eurem Herzen ist, kann kein Haß da sein. Wenn Reinheit in euren Herzen ist, kann Einheit da sein. Aus Einheit erlangen wir Göttlichkeit. Heutzutage gibt es keine Reinheit. Wie könnt ihr Liebe entwickeln? Reinheit, Reinheit, Reinheit und nochmals Reinheit! Ergebt euch Gott ohne irgendeinen Wunsch. Widmet euch Gott, weiht euer Leben Gott.

Das war es, was Jesus damals tat. Für ihn war alles göttlich. Er wurde ans Kreuz genagelt. Viele weinten. Da sagte die geliebte Stimme: „Alle sind eins, mein lieber Sohn, behandle jeden gleich." Er sagte auch: „Der Tod ist das Kleid des Lebens." So wie wir unsere Kleidung jeden Tag wechseln, wechseln wir auch dieses Körperkleid. Wir sollten unseren Körper für ein Gewand ansehen und uns keine Sorgen darum machen.

Auch Buddha zeigte, bevor er ins Nirvâna überging, ganz deutlich sein spirituelles Wesen. Sein Vetter Anand weinte. Er sagte: „Anand, weine nicht. Warum vergießt du Tränen, wenn er dir befiehlt, nicht zu weinen?" Anand sprach: „Du stirbst, darum trauere ich." „Ich sterbe nicht und du lebst nicht!" sagte Buddha. „Jeder von uns muß irgendwann seinen Körper verlassen. Sowohl Du als auch ich müssen ganz gewiß diesen Körper verlassen, darum sollst du keine Träne vergießen."

Wer befolgt solche Lehren heutzutage? Wir sollten wahre Vorbilder sein. Das ist der wirkliche Inhalt der Geburtstagsfeierlichkeiten. Aber alle Ideale werden nicht in die Tat umgesetzt, obwohl immer wieder über sie gesprochen wird. Es gibt keinen Gott außer der Liebe. Liebe ist Gott. Gott ist Liebe, lebt in Liebe. Das gilt es zu tun. Wir müssen unsere Herzen mit Liebe, Liebe, Liebe füllen.

Wenn Liebe da ist, werdet ihr niemals leiden. Wann leidet ihr? Wenn keine Liebe da ist. Ihr erfahrt Leiden. Ihr mögt denken, daß ihr diese Leiden erfahrt, weil ihr so liebevoll seid. Ihr leidet aber, weil eine Liebe begrenzt ist. Ihr müßt grenzenlose, unendliche Liebe entwickeln. Alles, was existiert, ist wahrlich EINS.

Einst, bevor Sri Aurobindo starb - er hatte ein ehrenwertes Leben geführt - litt er an Kehlkopfkrebs. Alle sagten: „Du mußt zur göttlichen Mutter beten, du siehst sie doch für Deine Mutter an!" Râmakrishna Paramahamsa hatte den gleichen Krebs. Aller rieten ihm: „Bete zu deiner göttlichen Mutter!" Da entgegnete Râmakrishna: „Ich habe zur Mutter gebetet." „Was hat sie gesagt?" wurde er gefragt. „Was macht es, wenn du deinen Mund nicht gebrauchen kannst, wenn ich mit so vielen Mündern so vieler Menschen essen kann? Worunter leidest du, wenn du mit einem Mund nicht essen kannst? Das hat mir die Augen geöffnet."

Alle unsere Münder, all unsere Zungen sind die seinen. Darum heißt es auch: „Tausend Köpfe hat der Herr, tausend Augen, tausend Füße......." Alle Köpfe sind seine, alle Münder sind seine, alle Augen, alle Füße, alle Hände sind seine.

Gott hat absolut keine Begrenzungen. Weil ihr unter gewissen Einschränkungen lebt, führt ihr ein begrenztes Leben. Gott hat keinerlei Grenzen. Da Gott unendlich ist, hat er unendliche Liebe. Wahrlich, die göttliche Liebe kann niemals verringert werden. Es ist unmöglich, daß seine göttliche Liebe auch nur von dem geringsten Makel berührt werden könnte. Sie ist immer klar und rein und makellos. Ihr solltet jedem im Bewußtsein dieser Liebe dienen.

Das „Königreich der Mutter Sai" (die Organisation der ehemaligen Sai-Collegestudentinnen von Anantapur, A.d.Ü.) leistet viele Hilfsdienste. Aber ...... wie leistet man Hilfe? Es ist ein großer Irrtum, wenn ihr denkt: „Wir haben etwas für die Kinder getan", oder „wir tun etwas für die Kranken." Wenn ihr etwas für jemanden tut, denkt daran, daß ihr es für Gott tut! Denkt: „Ich diene nun Gott in dieser Gestalt." Jede Gestalt ist göttlich. Alle Formen sind göttlich, alle Formen sind von Gott. Jedes Lebewesen ist daher göttlich.

Einst, als die Mahâbhârata-Schlacht stattfand, kam Vyâsa des Weges. Da sah er einen Käfer sehr schnell über den Weg rennen. Er sah ihn und wollte ihn anhalten. Er sprach ihn an: „O Käfer, Käfer, warum läufst du so schnell?" Vyâsa kannte die Sprache der Insekten, darum konnte er mit ihm reden. Der Käfer sagte: „Maharshi! In wenigen Minuten wird Arjunas Streitwagen hier ankommen. Arjunas Wagen bewegt sich mit einer Geschwindigkeit, wie ich sie nie zuvor gesehen habe. Überlebe ich es, wenn ich unter Arjunas Wagenräder komme? Ich will schnell nach Hause, bevor er kommt. Ich habe meine Frau, ich habe Familie, ich möchte nicht von meinen Verwandten getrennt werden." Da begriff Vyâsa die Wahrheit. Wir denken, nur der Mensch habe seine Familie und seine Beziehungen.

Wir schränken das Liebesprinzip ein. Sogar alle Insekten etc. haben ihre Familien. Insekten usw. sind auch verliebt und haben ihre Bindungen. Auch der Käfer will sein Leben beschützen und erhalten. Wir haben die gleichen Wünsche. Was ist dann das Besondere am Menschenleben? Es heißt, die Geburt als Mensch sei schwer zu erringen und selten. Warum ist das Leben als Mensch etwas so Besonderes? Eure Sorgen sind dieselben wie die eines Insekts. Das menschliche Leben ist ein Leben in Göttlichkeit, in der ihr die Einheit in der Vielfalt begreifen lernt. Was zeichnet euch als Menschen aus, wenn ihr das nicht habt, wenn ihr trauert und weint?

Alle großen Seelen opfern ihren Körper auf. Zum Wohle der Gesellschaft, für das Glück anderer opfern sie ihr Leben. Das ist echtes Opfer. Weise und Heilige werden noch heute für ihre Opfer vor langer Zeit verehrt. Wir verehren nicht jeden. Wir ehren diejenigen, die anderen dienen. Wir sollten diesen Körper nutzen, um anderen zu helfen. Und wenn es nur eine geringe Arbeit ist - wir müssen anderen helfen.

Wir leben schon so viele Jahre. Welche Arbeit haben wir geleistet? Was haben wir zum Wohl anderer beigetragen? Welchen Dienst haben wir der Gesellschaft geleistet? Welche Freude haben wir welchem Lebewesen gebracht? Wenn wir diese Fragen stellen, erhalten wir keine Antwort. Wir sollten bereit sein, wenigstens einen glücklich zu machen. Wir führen ein Leben voller Egoismus, Egoismus und noch einmal Egoismus. Wo helft ihr anderen? Lieber Fisch als Egoist (A.d.Ü.: Wortspiel: fish is better than selfish). Wie wird es euch ergehen, wenn ihr egoistisch seid?

Es ist in Ordnung, wenn ihr für euch selbst sorgt. Denkt an euch selbst, aber helft auch anderen. Auch ihr müßt eure Pflicht tun. Aber euch ist viel Zeit gegeben. Helft in eurer freien Zeit anderen. Darum heißt es: Hilf immer, verletze nimmer. Wir verschwenden viel Zeit. Genaugenommen vergeuden wir drei Viertel unserer Zeit. Nur wenig Zeit wird nutzbringend verbracht. Warum nutzt ihr die Zeit, die ihr verschwendet, nicht richtig? Ihr meint, ihr hättet keine Zeit. Zeit ist da. Ihr habt nur keine Lust, etwas zu tun.

Jeder Mensch sollte begreifen, daß der Körper da ist, um anderen zu helfen, und sich dieser Wahrheit entsprechend verhalten. Wir sollen anderen helfen.

Sevâ, sevâ, sevâ! Jeder Dienst ist Dienst an Gott. Ihr solltet nicht egoistisch sein.

Mit Egoismus vergeudet, zerstört ihr euer Leben. Egoismus ist eine schlimme Krankheit des Menschen. Keine Medizin kann diese Ego-Krankheit heilen. Darum, um vor allem diesen Egoismus auszurotten, sollten wir anderen dienen. Durch nichts kann das Ego bezwungen werden. Nur durch den Dienst am Nächsten könnt ihr die Ego-Krankheit heilen. Durch Bußübungen, Lesen heiliger Schriften oder lange Meditationen werdet ihr das Ego nicht los. Die einzige Medizin, das einzige, was wirklich hilft, ist sevâ. „Weder Askese (tapas) noch Pilgerreisen ........"

Askese ist zwecklos. Bücherlesen ist zwecklos, heilige Schriften lesen ist zwecklos, Meditation ist zwecklos - um sicher über das Meer des Lebens in dieser Welt zu kommen, müssen wir anderen dienen und helfen. Das müssen wir tun. Betet, meditiert, wiederholt den Namen Gottes - das Wichtigste aber ist das Dienen. Wem immer ihr helft, tut es in dem Gefühl, daß ihr Gott dient. Gott ist in dieser Gestalt gekommen.

Viele von euch lesen Geschichten über Heilige, auch die „Sai Satcharita" (die Geschichte vom Leben und Wirken des Sai Baba von Shirdi, A.d.Ü.). Da kommt Gott in Gestalt eines Büffels. Er kommt in der Gestalt eines Hundes. Gott kommt als Katze und ißt die ihm dargebrachte Opferspeise. Ein Mann beklagt sich (bei Sai Baba): „Swami, du hast mein Haus nicht besucht!", und er antwortet: „Ich kam in Gestalt einer Katze!"

In welcher Form käme er nun zu euch? Alle Formen sind seine. Alle Namen sind seine Namen. Er kann unter jedem Namen, in jeder Gestalt kommen, darum sollten wir alle Formen und Namen als seine ansehen. Gott hat tausend Köpfe, heißt es im Veda.

Wir beten Gott an, wir lieben Gott. Ja, Liebe ist wichtig. Liebe ist die Grundlage. Verletzt niemanden mit eurer Liebe. Fügt niemandem Leid zu, das ist der größte Dienst.

An jenem Tag hat Jesus den Körper verlassen. Warum? Weil einige Menschen seinen aufopfernden Geist und die Hilfe, die er anderen gewährte, nicht mochten. Aufgrund erfundener Geschichten mußte Jesus am Kreuz sterben. Einige Neider legten diese Geschichten zurecht. Sie waren neidisch, weil Jesus überall bekannt und beliebt war und sie nicht. Darum erfanden sie allerlei Lügen.

Alles, was aus Neid und Eifersucht entsteht, sollten wir nicht ernst nehmen, auch nicht das kleinste bißchen.

Alle guten Menschen erfahren Leid. Angenehmer ist die Pause zwischen zwei Leiden. Allen guten Menschen geschieht solches Leid. Nur gutes Gold wird bearbeitet, gehämmert, dem Feuer ausgesetzt und vielen Leiden unterworfen, damit ein schönes Schmuckstück daraus wird. Ein wertvoller Diamant muß mehrfach geschnitten werden, damit er strahlend leuchten kann. Ohne Mühsal wird er nicht wertvoll. Ohne Leiden wird er kein Juwel. Wir müssen lernen zu fühlen, daß alles zu unserem Besten geschieht. Jemand beschimpft dich - jawohl, es ist zu deinem Besten.

Fühlt: „Alles ist gut für mich, gut für mich, gut für mich!"

Petrus sagte an jenem Tag: „Freude!" (joy). Er dachte, Freude ist: J = Jesus first (Jesus zuerst), O = others next (dann die anderen), Y = you (du selbst zuletzt). Erst Jesus, dann die anderen, zuletzt du selbst. Auch die Pândavas befolgten diesen Grundsatz. Gott kam für sie zuerst, dann die Welt, zuletzt sie selbst. Das Ego bekommt den letzten Platz. Petrus hat das im richtigen Sinne verstanden. Jedes Wort kann uns eine tiefe Bedeutung vermitteln, die sich auf unser Leben übertragen läßt.

Gestern und heute haben die Ausländer sich sehr an Musik und Gesang erfreut.

Gott liebt die Musik, er läßt sich von Musik betören. Alle, die immer ganz nahe bei Gott sind, wie Jaya, Vijaya, Nârada, usw., singen ewig und ohne Pause; so erfreuen sie Gott. Nirgendwo ist größere Freude zu finden als in Musik und Gesang. Ihr könnt Gott nur mit eurer Musik erfreuen. Gott trinkt die Musik der Devotees. Musik ist also überaus heilig. Sie ist ein Spiegel des inneren Wesens.

Das innere Wesen drückt sich im Gesang aus. Singt und dient anderen. Wenn ihr singt und anderen helft, werdet ihr glücklich sein.

Sathya Sai Baba, Ansprache am 25.12.1997,
Prashânti Nilayam, Puttaparthi, Indien

Weihnachten - die geweihte Nacht im Christentum

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