Gewaltlosigkeit

Ahimsa


 

ist die schönste Blume ...

und die höchste Tugend ...

Die Grundlage von Gewaltlosigkeit ist Liebe

Praktizierte Gewaltlosigkeit ist das Begreifen der Einheit aller Wesen

 


 



Die Impulse des Herzens richtig zu verstehen,
das ist Gewaltlosigkeit.

Sathya Sai Baba





Gewaltlosigkeit bedeutet,

keinem lebenden Wesen irgendein Leid zuzufügen,

weder durch Gedanken, Worte noch Taten.

Sathya Sai Baba








"Wahres Ahimsa kann nicht wirklich auf der physischen Ebene praktiziert werden; jedenfalls nicht in seiner ganzen Dimension und auch nicht von jedem. Was ist in Regionen, wo nichts wächst und die Leute sich deshalb von Fisch oder Fleisch ernähren müssen? Was ist mit den Insekten, die wir, ohne es zu wollen, unter unseren Füßen zerstören? Auch sie sind Leben. Geistiges Ahimsa ist es, was von jedem praktiziert werden muß, und zwar voll und ganz.

Keine Lebenwesen zu töten, ist nur eine nicht durchdachte Auslegung von Ahimsa.
Denn es umfaßt viel mehr als das.

Wahres Ahimsa bedeutet, die Gefühle der anderen
und auch die eigenen nicht zu verletzen.


Also; anderen und sich selbst kein Leid zuzufügen."


Quelle: Irina Tweedie: Weg durch das Feuer, S 251




 

Wir sollten versuchen,
keinem Lebewesen bewußt und absichtlich Leid zuzufügen.
Das ist Ahimsa.

Tut Gutes selbst denen, die euch verletzen.

Sathya Sai Baba



Was auch immer Sai Baba uns empfiehlt, ist nur zu unserem eigenen Besten.
Der liebe Gott ist kein Moralapostel,
sondern Er zeigt und Mittel und Wege auf, wie wir aus unseren inneren Negativ- und Gewaltkreisläufen aussteigen können.

In der Bibel heißt es z.B.:

"Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Übel,
sondern: wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar."

Das bedeutet in Klartext, daß wir gegen niemanden gehen sollen, selbst wenn wir geschädigt und verletzt werden.
Denn jede negative Energie die wir aussenden, kehrt über Kurz oder Lang wie ein Bumerang zu uns zurück.

Sai Baba sagt, um Befreiung erlangen zu können, sollen wir Gott die Früchte unseres Tuns überlassen.
Damit ist z.B. gemeint, daß wir den gerechten Ausgleich dafür, wenn wir geschädigt oder verletzt werden,
Gott überlassen sollen und nicht selbst für einen Ausgleich sorgen, denn damit verstricken wir uns wieder.

Es gibt eine göttliche Gerechtigeit, die allem übergeordnet ist und sie sorgt immer für einen Ausgleich, absolut zuverlässig.
Dieser ausgleichenden Gerechtigkeit entkommt niemand
(die anderen nicht, aber auch wir nicht, wenn wir wieder selbst zum Täter werden)

/Eigenes


 

Wie der Regenbogen

Dharma hat sieben Aspekte, so wie der Regenbogen sieben Farben enthält:

Der erste Aspekt ist Wahrheit,
der zweite eine guter Charakter,
der dritte Rechtes Handeln,
der vierte die Beherrschung der Sinne,
der fünfte Buße oder geregelte, der Disziplin unterworfene Lebensführung,
der sechste Verzicht
und der siebte Aspekt ist Gewaltlosigkeit.

Alle diese Facetten des Dharma sind zum Schutz des Einzelnen und zum Wohl der Allgemeinheit niedergelegt worden.

Sathya Sai Baba

 

 

Wenn ein Schwächling sich im Kampf nicht wehrt,
ist es keine Gewaltlosigkeit, sondern Feigheit.

Wenn ein Starker sich im Kampf nicht wehrt,
so ist es Gewaltlosigkeit.

- Mahatma Gandhi -

 


Verursacht keinen Schmerz

Gewaltlosigkeit heißt nicht nur, daß man kein lebendes Wesen verletzen sollte.
Man sollte nicht einmal durch ein Wort, einen Blick oder eine Geste verletzen.

Toleranz, Seelenstärke, Gleichmut - diese Eigenschaften erleichtern es euch, in bezug auf Ahimsa standhaft zu sein.
Sie werden alle Möglichkeiten aus dem Weg räumen, bei denen ihr andere verletzen könntet.

 

Siehe das Gute

Wir glauben im allgemeinen, daß Gewaltlosigkeit bedeutet, kein anderes Lebewesen zu verletzen.

Doch Ahimsa ist mehr.

Sogar Schlechtes sehen, Schlechtes hören, Schlechtes sprechen ist eine Form der Gewalt, vor allem gegen uns selber (Himsa).

 

 

Ihr dürft nicht einmal den Wunsch hegen,
einem anderen zu schaden oder ihn zu demütigen.

 

 

Ärger kann nur durch Nachsicht besiegt werden

Du kannst Ärger nicht mit Ärger zerstören.
Grausamkeit nicht mit Grausamkeit, Haß nicht mit Haß.

Ärger kann nur durch Nachsicht besiegt werden; Grausamkeit kann nur durch Gewaltlosigkeit überwunden werden.
Haß ergibt sich nur der Wohltätigkeit und dem Mitgefühl.

 

Die Tugend des Ertragenkönnens

Was immer ihr fühlt und denkt, wird sich in eurer Ausdrucksweise und eurer Art zu handeln niederschlagen.
Zuallererst müßt ihr eure Gefühle reinigen. Reinigt eure Liebe.
Dazu müßt ihr die Tugend des Ertragenkönnens entwickeln; jene heitere Gelassenheit und jene Zurückgenommenheit, die unter allen Umständen gewahrt werden muß und durch die ihr allen Gutes tut - auch denen, die euch schaden wollen. Es gibt nichts Größeres als diese Fähigkeit des Ertragenkönnens und des Erduldens. Sie ist gleichbedeutend mit der Wahrheit selbst, sie ist das Herz der Rechtschaffenheit, die Essenz der Veden.

Erdulden können ist praktizierte Gewaltlosigkeit,
Zufriedenheit, Selbstgenügsamkeit, Erbarmen

- wahrhaft alles in den drei Welten.
Nur nachdem ihr gelernt habt geduldig ertragen zu können, werdet ihr imstande sein, den Herren zu erreichen.

Bhagavad Gita


Geduld ist eine Form der Gewaltlosigkeit

 


Die Wirkung der Gedanken

Wenn jemand ständig Schlechtes von anderen denkt,
schadet er wohl diesen anderen, mehr aber noch sich selbst!

Die Wirkung seiner Gedanken kann man jederzeit am Gesicht eines Menschen ablesen.
Der menschliche Geist besteht aus der gedanklichen Aktivität - aus der Aufeinanderfolge auftauchender und wieder verschwindender Gedanken. Aber es ist nicht so, daß Gedanken nur kommen und gehen. Sie hinterlassen eine dauerhafte Spur in der Gedankensubstanz des Menschen. Deshalb sollten wir niemals negativen, schlechten Gedanken nachgeben, sondern immer das Wohlergehen aller im Sinn haben und allen nur Gutes wünschen.


 

Gebraucht niemals Worte,
die das Gefühl eines anderen Menschen verletzen könnten !


                          "Wer selber nicht mehr verletzt,
                                                   der kann auch von anderen nicht mehr verletzt werden."

                                 

Unsere Emotionen und Gefühle heilen, wenn wir nicht mehr verletzen.
Sind unsere Emotionen geheilt, bieten wir in uns keine Angriffsfläche mehr für die durch andere verursachten Verletzungen.
Wir können immer nur dort durch andere verletzt werden, wo wir selber noch emotionale Verletzungen in uns tragen:

Deshalb: "Danke, daß Du mir diese Verletzung in meinem Innern gezeigt hast ..." ☺ 

/Eigenes


 

Was können wir geben ?

Das Ideal sollte sein:

Die Hände widmen sich harter Arbeit, der Kopf widmet sich dem Dienst am Nächsten und das Herz ist erfüllt von Mitgefühl.

Vivekananda forderte die Studenten auf, Mitgefühl zu entwickeln. Niemand sollte durch unsere Worte oder Taten Leid oder Schmerz erleiden. Denn wenn ein anderer Mensch durch uns verletzt wird, wird im Grunde unsere eigene wahre Natur als Mensch beleidigt und verletzt. Heutzutage wird nur dem Ego und dessen Wünschen Aufmerksamkeit geschenkt; dies muß wieder geändert werden.

Nicht was wir von anderen erhalten könnten, sondern was wir anderen geben können, muß unser wichtigstes Anliegen sein.

 

Der Dieb und der Arzt

An der Hand eines an Diabetes erkrankten Patienten hat sich ein Geschwür entwickelt. Der Arzt schlägt vor, die Hand zu amputieren, weil sich andernfalls der Wundbrand über den ganzen Körper ausbreiten könnte. Um das Leben des Patienten zu retten, amputiert der Arzt die Hand.
In einem anderen Fall trägt eine Person ein schönes goldenes Armband am Handgelenk. Ein Dieb will das Armband stehlen, kann es jedoch nicht über die Hand streifen. Kurz entschlossen schlägt er die Hand seines Opfers ab und rennt mit dem Armband davon.
Hier seht ihr, daß beide, der Arzt und der Dieb, das Messer benutzten, um die gleiche Handlung durchzuführen. Der Arzt aber hat es getan, um zu helfen und zu retten, der Dieb jedoch, um sich zu bereichern.

Wenn ein Dieb dir die Hand abschneidet, ist des Gewalt; wenn der Arzt sie amputiert, rettet er dir das Leben und deshalb ist es Gewaltlosigkeit (Ahimsa).




 

Jeder Mensch der sich in Gewaltlosigkeit übt muß zusehen,
daß er vor allem auch sich selbst keine Gewalt mehr antut.

Gewalt tun wir uns z.B. selber an,
wenn wir gegen unser Gefühl und gegen unser Gewissen handeln.


Gewalt tun wir uns ebenfalls an ...

... wenn wir uns schlecht ernähren und uns nicht richtig um unseren Körper kümmern.

... wenn wir zu viel essen und uns negativen Gefühlen hingeben, ohne sie zu kontrollieren.

Alle negativen Gefühle denen wir nachgeben und die wir leben,
stellen vor allem eine Form der Gewalt gegen uns selber dar.

... wenn wir uns Dinge versagen von denen wir wissen, daß sie uns wohl und gut tun würden.

... wenn wir gegen unsere Herzenswünsche handeln und uns damit ihre Erfüllung versagen ....

usf.

/Eigenes



Jeder, der sich in Gewaltlosigkeit übt, muß zusehen, daß er sich selbst keine Gewalt antut.

Wie macht man das?

Durch ständige Prüfung, ob das eigene Verhalten richtig oder falsch ist.

Zum Beispiel beim Sprechen muß man beobachten, ob die eigenen Worte anderen Schmerz verursachen oder nicht. Man sollte nicht auf schlechte Rede hören. All dies verursacht dem Einzelnen Schaden. So sollte jeder sich bemühen, schlechtem Sehen, schlechtem Hören, schlechtem Sprechen, schlechtem Denken und schlechtem Handeln keinen Raum mehr zu geben.

Wie könnt ihr beurteilen, was schlecht ist?

Indem ihr euer Gewissen befragt.

Immer wenn ihr gegen die Anweisung eures Gewissens handelt, folgen negative Resultate. Das Gewissen ist die Gegenwart des Göttlichen in Jedermann. Was immer ihr tut, euer Gewissen sagt euch, ob es richtig oder falsch ist. Doch um die Anleitung des Gewissens zu ermitteln, müßt ihr einige Zeit warten. Ihr solltet nicht in Eile sein. Wenn ihr etwas zu sagen wünscht, müßt ihr kurz überlegen, ob es angemessen ist oder nicht, und dann sprechen. Wenn ihr euch etwas anhören wollt, müßt ihr prüfen, ob es gut oder schlecht ist und dann entscheiden, was richtig ist.

Quelle: Sanathana Sarathi März 1996, Seite 2


 



Die einzige Möglichkeit
dauerhaft den Weg der Gewaltlosigkeit zu gehen

besteht in dem tiefen Vermögen,
die Einheit des Göttlichen (Atman)
in allen Lebewesen zu erkennen
und alles Leben als gleichwertig anzusehen.

- Sathya Sai Baba -

 

 

 

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