Die Erde als Schule für Götter:

"Du entscheidest und Ich öffne die Türen"

... Während der Heilmeditation gehe ich mental in die Körperregion hinein, in der mein entzündeter Magen sitzt und die verhärteten Gallengänge – mein Solarplexus. Erst denke ich, ich fühle wieder nichts. Dann merke ich auf einmal, dass sich hinter diesem angeblichen „nicht Fühlen“ ein Gefühl von mahlender, tiefer, nagender Wut verbirgt. Die Wut dreht und mahlt wie ein Motor in meinem Solarplexus, unentwegt ...

Dann läuft der innere Film dazu an und ich sehe mich, wie ich unentwegt an Gott herumzerre, in einer Tour und etwas von Ihm haben will. Dies will ich und das und jenes und nichts bekomme ich, ich gehe immer leer aus. Das Jammern kommt zuerst, weil ich nichts bekomme und dann baut sich die Wut auf, alles in Bezug auf Gott. Dann beginne ich, für Gott zu arbeiten und ganz viele Dinge zu tun, um Ihn zu erweichen und Seinen Blick auf mich zu ziehen. Ich leide und leide und leide, damit Er mich endlich sieht ... Dann leide ich noch mehr für Gott und habe das Gefühl, der sieht mich noch immer nicht. Ich melde mich für die schlimmsten Aufgaben, aber er sieht mich noch immer nicht.
Die Wut wird immer größer, weil ich nie den Lohn erhalte, den ich mir für das viele Leid erhoffe. Dann werde ich trotzig,
mache zu, wende mich gegen Gott ...
Der Film geht lange Zeit, ich bin da in meinen Vorleben richtig tief eingestiegen und
Sai steht vor mir, führt mich die ganze Zeit und führt mir vor Augen, dass auch Gottes Feind von Ihm profitiert, denn jemand der auf Gott zornig ist, muss auch die ganze Zeit an Gott denken, ebenso wie die Gopis. Und auch als Gottes Feind kann man Gottes Gnade auf sich ziehen. Durch tiefstes Leid auf diese Weise, aber auch so kann man das Ziel erreichen. Hat Sai nicht gesagt, als er gefragt wurde, dass es zwei Weg gibt um zu Gott zu gelangen? Als ein Diener Gottes oder als Sein Feind ...

... Meine beiden Gehirnhälften gehen irgendwann zusammen, sie vereinigen sich. Dann geht der Film weiter und Sai führt mir vor Augen, dass wir Eins sind und dass alles in seiner Schöpfung ineinander greift. Er hat die Schule eingeführt mit seinen Regeln und wir lernen in dieser Schule:

Gott bestimmt, was gelernt werden muss und wir bestimmen, wie wir diese Schule durchlaufen.

Ob voller Freude oder voller Leid, ob schnell oder langsam, beides geht. Man kann auch diesen Weg des Lernens und der Schule/Schulung voller Freude durchlaufen, das bleibt sich gleich, die Lernaufgaben sind immer dieselben. Fehler in dem Sinne gibt es nicht; alle Entscheidungen die wir treffen, dienen dem Lernen und der Erfahrung ... und immer wieder höre ich den Satz:


Du entscheidest und Ich öffne die Türen“ ...


und ich sehe mich gleich einer durchsichtigen Elfe mit ganz vielen feinen Flügeln auf Gottes Hand stehen, um mich herum freier Raum und ich fühle unendliche Möglichkeiten, meinen Weg zu gehen:


Gott ist unendliche Möglichkeit.

Deshalb ist die Wahrheit dynamisch
und der Irrtum ihrer Kinder immer gerechtfertigt

by Aurobindo


Das ist der freie Wille und Gott ist unendliche Möglichkeit. Wir gehen unseren Schulungsweg in Gottes Schule auf unsere Weise und nach unserem Verstehen und Gott öffnet die Türen in die Richtung, in die wir gehen. Das sagt er wieder und wieder in mir, sehr eindringlich:

„Du entscheidest und Ich öffne die Türen“!!! ...

... Auf einmal verstehe ich es: Nur wenn wir Entscheidungen treffen und dabei in unsere Kraft kommen, dabei losgehen auf irgendeinem Weg, in irgend eine Richtung, dann trägt uns Gott, Er führt uns und teilt die Briefe aus, Er öffnet die Türen, öffnet den Weg für uns. So kommen wir in unsere Kraft. Ich erkenne, dass es mir nichts nutzt zu leiden und zu jammern, denn damit blockiere ich auch Gott in mir und mit ihm meinen Weg.
Nur in der Tatkraft, im Mut und in der Entschlossenheit, im Vorwärtsgehen kann sich mir der Weg öffnen, auf dass ich ihn gehen kann.

Swami macht mir klar, daß das bis in die höchsten spirituellen Ebenen gilt:

Du entscheidest und Ich öffne die Türen.“


Wir gehen unseren Weg immer und immer weiter, das Lernen hört niemals auf.

Mir kommt mein Tagesspruch aus der Waldorfschule in den Sinn:

„Der geht den rechten Weg, der wacker um sich schaut
und still mit steter Kraft die Welt um sich erbaut.“

In dem Moment wo ich das verstehe, wie ich in meine Kraft komme und dass ich es bin, die das entscheidet, rutscht mein Steißbein auf der bildlichen/energetischen Ebene nach hinten und ich falle rücklings in meine innere Kraft hinein ....


Auf der Rückfahrt verstehe ich, dass die Schule auf der Erde einer Grundschule gleicht. Wenn man verstanden hat, was für Folgen das eigene Tun hat, wenn man die Konsequenzen der eigenen Handlungen versteht und man beginnt gut und klar für Gott zu handeln, weil man das aus dem eigenen, tiefsten Herzen heraus so will; weil man ebenfalls gut sein will, aufbauend und kreativ und kein neues Leid mehr schaffen möchte, weder für sich noch für andere, dann darf man in die nächste Schulklasse aufsteigen, in die höhere Schule der geistigen Welt.
Das Verstehen muss durch und durch gehen, denn Gott duldet keine Schludereien, Er ist überaus gründlich und ohne Kompromisse. Absolute Klarheit und Reinheit, durch und durch. Keine Abkürzungen und für Verzögerungen und Umwege sorgen wir schon selber.
Der Lernstoff muss gelernt und zutiefst verstanden werden, da führt kein Weg dran vorbei und erst dann darf man weiter voranschreiten. Ungeduld und Jammern, Trotz und Zorn sind allenfalls Eigenschaften, mit denen ich mir selber schade, Gott lassen sie unberührt.









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