Das Gâyatrî-Mantra

 

Das allumfassende Gebet

Nur Gayatri gibt dem Geist Frieden

 

Om bhûr bhuvah suvah
tat savitur varenyam

bhargo devasya dhimahi
dhiyo yo nah pracodayât

 

Wir versenken uns in den erhabenen Glanz des Gottes Savitâ,

der unsere höhere Einsicht inspirieren möge.

 

 

"Lasst uns über das OM meditieren,
jenen Urlaut Gottes, aus dem die drei Bereiche,
das grobe-Irdische, das feinere-Ätherische,
das feinste-Himmlische (Bhur Bhuva Svaha), hervorgegangen sind.

Lasst uns das höchste, unbeschreibliche, göttliche Sein (Tat) verehren (Varenyam),
die schöpferische, lebensspendende Kraft, die sich auch in der Sonne kundtut.
Lasst uns über das strahlende (Bhargo) Licht (Devasya) Gottes meditieren (Dhimahi),
welches alles Dunkel und alle Unwissenheit vernichtet.

Oh Gott, wir bitten Dich inständig (Yonah Prachodayath),
lass Dein Licht unseren Geist (Verstand, Intellekt) (Dhi) erhellen."

 

"Wir meditieren über den spirituellen Glanz
der entzückendsten höchsten göttlichen Wirklichkeit,
der Quelle der drei Welten - der physischen, der subtilen und der kausalen.

Möge dieses höchste göttliche Sein unseren Geist (Intelligenz, Verstand) erhellen,
so dass wir die höchste Wahrheit erkennen."

 

 

Om            

Lasst uns über jenen Urlaut Gottes meditieren

Bhur Bhuvah Svah

Aus dem die drei Bereiche:

1. das Grobe Irdische

2. das Feinere Ätherische

3. Feinste Himmlische hervorgegangen sind

Tat

Lasst uns das höchste, unbeschreibbare Sein Verehren

Savitur               welches sich auch in der Sonne
Varenyam

als schöpferische, lebensspendende Kraft kundtut

Bargo Devasya

Dhimahe

Lasst uns über das strahlende Licht Gottes meditieren, das alles Dunkel, alle Unwissenheit und alle Untugenden vernichtet

Dhiyo yonah

Prachodayathi

 Oh Gott, wir bitten Dich inständig,
dass Dein Licht unseren
Geist erhellen
möge

  

 

"Möge die äußere Welt, die Welt meiner Sinne, gereinigt werden.
Möge die feinstoffliche Welt, die Welt meiner Seele, gereinigt werden.
Gepriesen seiest Du herrlicher Geist, der Du im Inneren erstrahlst
und alle Welten mit Deinem Glanz erfüllst.

Laß mich über Dein göttliches Licht meditieren
und mein begrenztes Bewusstsein ausdehnen,
bis es Eins wird mit Dir, Du große Sonne von unendlicher Herrlichkeit."

 

Die Gâyatrî ist das allumfassende Gebet, das in den Veden, den ältesten Schriften der Menschheit, sorgsam überliefert ist. Es ist an das immanente und transzendente Göttliche gerichtet, dem die Bezeichnung „savitâ“ gegeben wurde, was bedeutet, „das, aus dem all dies geboren wurde.“

“Gayatri is all Gods in one”

Gayatri ist die Mutter der Veden.
Es besteht aus drei Gottesaspekten: Gayatri, Savitri, und Saraswati.

Gayatri ist Meister (des Geistes d.h. aller Sinne, Gefühle und des Verstandes)

Savitri ist Meister der Lebensenergie und der (Kundgeber der) wichtigen vielsagenden Wahrheit

Saraswati ist Meister der Sprache, (der Rede, des Ausdrucks)

Somit segnet es uns mit  Einheit und Reinheit der Gedanken (des Verstandes), Wörter und Handlungen (Trikarana Suddhi), deshalb ist es ein vollkommenes Mantra zur Erlangung spirituellen Fortschritts und Perfektion.

 

Das Gâyatrî-Mantra kann als dreiteilig angesehen werden:

Lobpreisung (om bhur bhuva svaha tat savitur varenyam bhargo devasya)

Meditation (dheemahi)

und Gebet (Dheeyo yo nah prachodayat).

Zuerst wird das Göttliche gepriesen, dann wird darüber in Ehrfurcht meditiert, und zuletzt wird an das Göttliche appelliert, den Intellekt zu erwecken und zu stärken, der das Unterscheidungsvermögen des Menschen darstellt.

Die Gâyatrî wird als die Essenz der Lehren der Veden angesehen.
"Veda“ bedeutet Wissen, und das Gebet nährt und schärft das wissensvermittelnde Unterscheidungsvermögen. 

Tatsache ist, daß die vier Mahâvâkyas oder Kern-Erklärungen, die in den vier Veden sorgsam verwahrt sind, in diesem Gâyatrî-Mantra eingeschlossen sind.

Die Gâyatrî wird gewöhnlich bei Sonnenaufgang, am Mittag und bei Sonnenuntergang wiederholt.

Aber Gott ist jenseits der Zeit, und es ist ein Ergebnis unserer Begrenztheit, daß wir von Sonnenauf- und -untergang sprechen. Wenn wir uns von der Sonne entfernen, ist das Dämmerung; wenn wir uns in das Sonnenlicht begeben, ist dies das Morgenrot. So braucht ihr euch nicht an die drei Zeitpunkte gebunden zu fühlen, um das Gebet zu rezitieren. Es kann immer und überall wiederholt werden; man muß nur sicherstellen, daß der Geist rein ist.

Singt keine billigen und entwertenden Filmlieder. Rezitiert die Gâyatrî; wenn ihr badet, wird der Körper gesäubert; säubert auch euren Geist und Intellekt. Macht es euch zur Aufgabe, sie sowohl zu wiederholen, wenn ihr badet, als auch vor jeder Mahlzeit, wenn ihr aus dem Schlaf aufwacht und wenn ihr ins Bett geht.

Und wiederholt auch dreimal „Shânti“ am Ende, denn jene Wiederholung wird den drei Wesenheiten in euch, Körper, Geist und Seele, Shânti oder Frieden vermitteln. 

Jedes menschliche Wesen hat vier Geburtstage. Der erste ist, wenn es aus dem mütterlichen Schoß austritt und, weder heilig noch nicht-heilig, nur nach Nahrung und Schutz verlangt; der zweite ist, wenn es seine spirituellen Studien beginnt, um von der Dunkelheit zum Licht zu gelangen; der dritte ist, wenn es Weisheit erlangt hat und die Disziplinen, welche die Rishis zur Erlangung der Selbst-Erkenntnis vorgeschlagen haben, gemeistert hat; der vierte und letzte ist, wenn es seine wahre Identität erkannt hat und mit dem ewig Absoluten (Brahman) verschmilzt.

Die heilige Schnur ist ein Symbol der Reinheit, die notwendig ist, wenn ihr an den Opferhandlungen (yajna) des Lebens teilnehmen wollt. Das Leben ist eine kontinuierliche Serie von Opfern des Niedrigeren um des Höheren willen, des Winzigen zugunsten des Riesigen. Upanayana, das Wort, das dieser Einweihungszeremonie gegeben wurde, bedeutet die Verleihung eines anderen Auges.

Eure zwei Augen können euch nicht die Pracht und Herrlichkeit des Königreiches des Geistes offenbaren. Sie sind auf die objektive Welt und deren vergängliche Reize gerichtet. Deshalb wurde euch das Gâyatrî-Mantra als drittes Auge gegeben, um euch die innere Vision zu offenbaren, durch die ihr Brahman erkennen könnt.

Gâyatrî ist ein Schatz, den ihr euer ganzes Leben lang bewachen müßt. 

Gebt die Gâyatrî nie auf; ihr mögt jedes andere Mantra aufgeben oder ignorieren, aber ihr solltet die Gâyatrî mindestens ein paar Mal am Tag rezitieren. Es wird euch vor Schaden bewahren, wo ihr auch seid, in einem Bus oder Auto, einem Zug oder einem Flugzeug, in einem Basar oder auf der Straße.

Der Nutzen aus dem Singen des Gayatri-Mantras ist weitreichend und unvergleichlich:

1. Gayatri beschützt deinen Körper, schärft deinen Verstand, und verbessert die Kraft deiner Sprache

2. Es reinigt und klärt unseren Geist (mind) und unseren Körper und macht uns zu Erleuchteten.

3. Es lindert alle Leiden.

4. Es schützt uns von allem Elend (Jammer) und Schaden.

5.  Es löscht unser tägliches Karma, welches wir uns immer wieder von neuem aufladen.

6.  Es stillt all unser Verlangen und  bereitet alles was zuträglich ist, damit wir das Ziel unseres Menschenlebens erreichen - Befreiung!

Westler haben die Schwingungen dieses Mantras untersucht; sie haben herausgefunden, daß, wenn er mit der richtigen, in den Veden festgelegten Betonung rezitiert wird, die Atmosphäre sichtbar erhellt.

So wird Brahmaprakâsha, der Glanz Brahmans, zu euch hinabsteigen und euren Intellekt erhellen und euren Weg erleuchten, wenn dieses Mantra gesungen wird.

Gâyatrî ist annapûrnâ, die Mutter, die Kraft, die alles Leben anregt.

Deshalb vernachlässigt sie nicht.

Upanayana Tag, Brindâvan, 20.6.1977; Sathya Sai Baba spricht Bd. 10

 

Sri Sathya Sai Baba: "Nur Gayatri gibt dem Geist Frieden"

Es gibt Säfte. Wenn ihr aus allen Musambi Früchten Saft macht, gibt es einen fertigen Saft – kissan. So wie dieser Saft (aus vielen Musambi Früchten) gefertigt wurde, so ist das Gayatri Mantra. Rezitiert den Namen Rama, Krishna. Tut ihr es nicht – auch kein Problem. Wenn ihr Gayatri nur ein Mal rezitiert, dann ist es für alle Gottheiten. Schüttel nicht nur einfach deinen Kopf, du musst rezitieren ...... verstehst du das? Deshalb rezitiert nach dem Bad morgens und dann wieder bevor ihr schlafen geht 3x. Das tut gut und ihr werdet gut.

Alle ‚doshas’ (Fehler, Bezeichnung der drei Grundprinzipien vata, pitta und kapha, die nach der Lehre des Aryuveda für das Auftreten von Krankheiten verantwortlich sind), die ihr während des Tages angesammelt habt, werden sich in Luft auflösen. In der Nacht werdet ihr friedlich schlafen können.

Wenn ihr morgens aufsteht und den Namen Gottes wiederholt (namasmarana), werdet ihr den ganzen Tag lang angemessen arbeiten können. Ihr werdet gute Angewohnheiten bekommen, gutes Benehmen, eine gute Disziplin entwickeln und gut lernen könnt ihr auch. Alles was ihr lernt, wird nützlich sein. Nur Buchwissen zu haben ist nutzlos. Verstanden? Wie auch die Welt sein wird; geht euren Pflichten nach.

Anityam, asukham, lokam – wobei anityam das, was nicht beständig ist, bedeutet.
Asukham bedeutet – kein Komfort (keine Annehmlichkeit, Behaglichkeit, Bequemlichkeit) – keinen physischen Komfort.

Was bedeutet physischer Komfort? Wenn ihr in einem klimatisierten Raum sitzt, wird euer Körper abgekühlt, doch euer Geist (mind) wird aufgewühlt sein.

Euer Geist sollte voller Frieden sein. Nicht wahr? Arme Leute gehen in den Wald und schlafen unter einem Baum. Wie friedvoll wird ihr Geist wohl sein? Wenn euer Geist voller Frieden ist, werdet ihr überall wo ihr hingeht, Frieden in euch tragen. Habt ihr keinen friedvollen Geist, werdet ihr auch in einem klimatisierten Raum mit zwei Kissen und zwei Betten nicht schlafen können. Ihr werdet euch drehen und wenden und unruhig sein. Also; welchem Zweck dient dieser Komfort dann?
Deshalb sagt man, daß der Körper wie ein Karren ist und der Geist das Pferd. Wenn das Pferd vor dem Karren läuft und der Karren hinter dem Pferd ist, dann fährt der Karren richtig. Ihr müsst das Pferd gut füttern, denn das Pferd steht für euren Geist. Ihr müsst eurem Geist gute Gedanken und Ideen geben. Welchem Zweck dient es, wenn ihr nur das Fahrzeug (euren Körper) dekoriert? Der Körper muss auch dekoriert werden, doch wenn ihr nur den Körper versorgt, hat alles keinen Zweck. Vor allem das Pferd muss stark sein, nur dann wird es den Wagen ordentlich ziehen können. Und das Pferd ist der menschliche Geist (mind).

Nur Gayatri gibt dem Geist Frieden. Habt ihr das verstanden?

Quelle: Youtube; Swami teaches about the Gayatri-Mantra


 

Eine CD auf der das Gayatri-Mantra mit seiner genauen Melodie erlernt werden kann, ist im Buchladen der Sathya Sai Vereinigung e. V. erhältlich:

Sathya Sai Vereinigung e. V.
Grenzstraße 43
63128 Dietzenbach
Telefon: 06074-3901

E-mail: buchzentrum@sathya-sai.de



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