Vaterhaus

 

Auf der Suche nach Gott erreicht der Mensch schließlich die Tiefe seines Herzens.

Dort schaut er seine eigene Wirklichkeit.

Der Augenblick der Schau und Vereinigung ist da.
Der Mensch ist nach Hause gekommen.
Was für eine große Überraschung wartet dort auf ihn!

Er hatte geglaubt, ein einsamer Pilger auf der Straße gewesen zu sein.
Lange schon hatte er die markierten Wege verlassen, fest entschlossen,
das Geheimnis seines Seins aufzudecken.

Wie viele Nächte hatte er in den Fängen des Abgrunds verbracht?
Wie viele Stunden hatte er in Faulheit und Furcht vertan, wie viel Zeit auf falschen Wegen verloren?

Doch wenn er endlich sein Vaterhaus erreicht hat, findet er dort viele tausend Pilger,
die auf ihm unbekannten Wegen das Vaterhaus erreicht haben
und die den himmlischen Vater mit nie vernommenen Namen loben und preisen.

Dort, im Haus des vollkommenen Friedens, im Heim des Lichts,
weiß er, daß er sein Ziel erreicht hat.
Er fühlt, daß er im Zentrum seines Seins ist, im Zentrum des Universums.
Er erkennt, daß die anderen Pilger seine Brüder und Mitreisenden waren,
die die gleichen Schwierigkeiten hatten und von der gleichen Sehnsucht getrieben wurden.

Im Vaterhaus ist kein Platz für die Unterscheidungen von "mein" und "dein".

Die lichtvollste Überraschung am Ende der Reise ist die Schau der Vaterliebe, die vereint.
In ihr gibt es keine "anderen".

Im Vater, durch Ihn, lieben wir uns selbst, uns selbst in allen verschiedenen Formen,
die sich als Brüder und Schwestern manifestieren.

Alle sind Glieder des einen Leibes, genährt vom selben Lebensblut,
bewegt vom selben Willen, dem Willen Gottes, gebunden durch dasselbe Göttliche Gesetz.

 

Das ist die kosmische Schau, die es zu erfahren gilt:

Gott in allem, überall.

Dieses schenkt dir ewige Freude.

- Sathya Sai Baba -
Hingabe; Wesen der Liebe, S. 50 f


 

Es gibt keinen Rastplatz auf dieser Pilgerfahrt, die Reise findet ohne Unterbrechung statt - Tag und  Nacht,
durch Täler und Wüsten, durch Tränen und Lachen, durch Tod und Geburt.
Wenn der Pfad zu Ende und das Ziel erreicht ist, merkt der Reisende, dass er nur von sich selbst zu sich selbst gereist ist,
dass der Weg lang und einsam war, aber dass Gott, der ihn dahin geführt hat, die ganze Zeit in ihm, um ihn, mit ihm und neben ihm war.
Er selbst war immer göttlich, seine Sehnsucht, in Gott aufzugehen, war nur die See, die das Meer rief.

Der Mensch liebt, weil er Liebe ist.
Er begehrt Harmonie, weil er Harmonie ist.
Er sucht die Freude, weil er selbst Gott ist.

Er dürstet nach Gott, weil er aus Gott besteht und er kann nicht ohne Ihn existieren.

Sathya Sai Baba: Es gibt nur einen Gott



 

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